Fahrerflüchtigen ausgeforscht: „Nur Pumperer bemerkt“. 68-jähriger Autolenker aus dem Bezirk rammte auf LB25 Rennradfahrer und fuhr davon. Gerichtsverfahren ist ihm sicher.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 11. Juni 2019 (10:04)
Archiv
Der Christophorus 15 flog die Verletzte nach St. Pölten.

Freitagabend kurz nach 18.20 Uhr veränderte ein Verkehrsunfall das Leben einer Familie aus Gansbach (Bezirk Melk). Die 57-jährige Frau war mit ihrem um ein Jahr älteren Ehemann mit den Rennrädern auf der Erlauftalbundesstraße unterwegs.

Auf der Fahrt von Gaming nach Scheibbs wurde sie auf der Geraden nach der Kurve beim ehemaligen Bruckwirt von einem Auto erfasst und gegen den vor ihr fahrenden Ehemann geschleudert. Beide Radfahrer kamen zu Sturz. Der Autofahrer beging Fahrerflucht.

Polizei wurde bereits am Tag nach dem Unfall fündig

Die Frau erlitt ein Schädel-Hirn-Traum, mehrere Wirbelbrüche und einen Beckenbruch. Der Notarzthubschrauber Christophorus 15 flog sie ins Universitätsklinikum St. Pölten. „Sie ist außer Lebensgefahr und stabil. Der Spitalaufenthalt wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, schildert einer der ermittelnden Beamten.

Der Ehemann konnte das Landesklinikum Amstetten, in das er am Freitag mit Gehirnerschütterung, Prellungen und Abschürfungen eingeliefert worden war, am Sonntag schon wieder verlassen. An den Unfallhergang kann er sich allerdings nicht mehr erinnern.

Die Polizei, die am Unfallort einen Außenspiegel eines silbernen VW Golf fand, leitet sofort eine Fahndung ein und wurde mithilfe von Medienberichten bereits einen Tag nach dem Unfall fündig.

„Am Samstag haben wir einen Hinweis auf das beschädigte Auto erhalten und konnten innerhalb kürzester Zeit den Lenker ausforschen“, heißt es seitens der Polizeiinspektion Scheibbs. Der Lenker, ein 68-jähriger Mann aus dem Bezirk Scheibbs, gab an, zwar einen „Pumperer“ gespürt, den Unfall selbst aber nicht mitbekommen zu haben. Er wurde bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt und muss sich vor Gericht wegen fahrlässiger Körperverletzung und Im-Stich-Lassen von Verletzten verantworten.