Frauen trifft die Arbeitslosigkeit besonders. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im Februar im Bezirk um 44 Prozent.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. März 2021 (14:11)
Christian Eplinger

Weiter stark wirken sich die von der Regierung verhängten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch auf den Arbeitsmarkt im Bezirk Scheibbs aus. Aktuell liegt die Arbeitslosigkeit um 21,2 Prozent höher als im Februar des Vorjahres. Das ist relativ gesehen nach Waidhofen/Ybbs (+28,3 Prozent), Mödling (+23,8 Prozent), Korneuburg (+22,7 Prozent) und Schwechat (+22 Prozent) die fünfthöchste Steigerung im gesamten Bundesland. In absoluten Zahlen ist der Anstieg von 182 Arbeitslosen gegenüber Februar des Vorjahres aber der siebentniedrigste Wert in Niederösterreich.

Insgesamt sind 1.040 Personen derzeit im Bezirk arbeitslos gemeldet. Wenn man auch die Schulungsteilnehmer berücksichtigt, dann sind 1.194 Personen beim Arbeitsmarktservice Scheibbs (AMS) vorgemerkt. Trotz der steigenden Zahlen liegt der Bezirk Scheibbs mit einer vorläufigen Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent weit unter dem NÖ-Wert von 9,1 Prozent. Auffällig: Weiterhin liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Frauen (+44 Prozent) weit höher als bei den Männern (+10,8 Prozent). Der Anstieg bei den Frauen ist im Bezirk mehr als doppelt so hoch wie im Landesschnitt. Niederösterreichweit verzeichnet man Ende Februar um 20 Prozent mehr arbeitslose Frauen als vor einem Jahr.

Analysiert man den Anstieg nach Altersgruppen, dann zeigt sich bei den Jugendlichen unter 25 Jahren mit einem Plus von 33,3 Prozent der größte Anstieg. Bei den Vorgemerkten im Haupterwerbsalter zwischen 35 und 49 Jahren ist der Anstieg mit 21,1 Prozent geringfügig höher als bei den über 50-jährigen mit 17,5 Prozent.

AMS forciert die Aus- und Weiterbildungen

„Mit der Ende vergangenen Jahres gestarteten Corona-Joboffensive wollen wir Niederösterreicher, die arbeitslos sind, bei der Aus- und Weiterbildung in zukunftsträchtigen Berufen und im betriebsnahen Bereich unterstützen, um die Arbeitslosigkeit rasch und nachhaltig zu reduzieren. Im Bezirk Scheibbs sind im Vergleich zu Ende Jänner 6,9 Prozent mehr vorgemerkte Personen in einer Aus- oder Weiterbildung und nutzen so ihre Chancen auf einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt“, erklärt AMS-Geschäftsstellenleiter Sepp Musil.

Ein kleines „Licht am Ende des Tunnels“ erkennt Musil am Stellen- und Lehrstellenmarkt. Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal sei wieder leicht steigend. Insgesamt gibt es derzeit knapp 400 offene Stellen im Bezirk Scheibbs. Gute News gibt es auch für Jugendliche: Derzeit stehen 30 Lehrstellen sofort und ab dem Sommer knapp 70 weitere Lehrstellen zur Verfügung.

SPÖ fordert Förderung für Langzeitarbeitslose

Eine Forderung nach einer besonderen Unterstützung der Langzeitarbeitslosen kommt von der SPÖ. Bezirksvorsitzender Andreas Danner macht sich für die Aktion 40.000 stark. Dahinter steckt die Idee, dass österreichweit 40.000 Langzeitarbeitslose einen Arbeitsplatz bekommen, der im ersten Jahr zu 100 Prozent und im zweiten Jahr zu 75 Prozent beziehungsweise 50 Prozent (zweite Jahreshälfte) gefördert werden soll. „Das heißt auch Kaufkraftstärkung, was wiederum den Konsum und die Wirtschaft ankurbelt“, erklärt Danner.

Auch die Gemeinden würden profitieren. Denn die neuen Arbeitsplätze sollen vor allem im gemeinnützigen Bereich insbesondere in den Gemeinden entstehen und Unterstützungsleistungen für pflegebedürftige Menschen genauso umfassen wie Kurierdienste oder Arbeiten in Grün- und Parkflächen. Aktuell sind im Bezirk 91 Personen länger als zwölf Monate arbeitslos.