Freibäder-Saisonstart: Gummistiefeln statt Badelatschen. Starkregen und niedrige Temperaturen sorgten für einen verpatzten Saisonstart in heimischen Freibädern.

Von Karin Katona, Anna Faltner und Claudia Christ. Erstellt am 05. Juni 2019 (05:00)
Alleine im Sportbecken des Freibades Wieselburg. Diesen Luxus gönnte sich Wolfgang Welser heuer bereits sieben Mal, egal bei welchen Temperaturen. Bademeister Dietmar Haas misst regelmäßig die Wassertemperatur: „Vor zwei Wochen hatten wir noch 14 Grad, jetzt sind es mittlerweile angenehme 19 Grad.“
Claudia Christ

Regen, Schnee und Kälte – mit diesen drei Worten lässt sich der Mai heuer beschreiben. Für die Freibäder im Bezirk kein guter Start. Laut der Wetterstation in Lunz lag der heurige Mai mit 9,5 Grad um 2,7 Grad unter dem langjährigen Mittelwert. Es war der kälteste seit 1991.

Egal, was komme, in Steinakirchen hat das Freibad immer noch am 1. Mai eröffnet – auch dieses Jahr, obwohl das Wasser nur eisige 14 Grad hatte. „Das ist fix. Wir sperren immer ganz traditionell am 1. Mai auf“, betont Bademeister Hans Winterspacher. „Die wirklich harten Badegäste springen trotzdem ins Wasser“, schmunzelt VP-Bürgermeister und Obmann des Gemeindeverbandes, Wolfgang Pöhacker. „So einen kalten Mai hatten wir aber überhaupt noch nie. Normal ist der erste Monat durchwachsen, letztes Jahr war der Mai sogar besonders schön. Jetzt hoffen wir auf schönes Wetter für die kommenden Monate“, sagt Winterspacher. Ab einer Temperatur von 18 Grad sei es für viele Besucher kein Problem mehr. Und diese Grenze hat das Freibad schon überschritten.

19 Grad Wasser- und Lufttemperatur – für Wolfgang Welser sind das optimale Bedingungen. Er kann bereits auf sieben Badetage im Freibad Wieselburg zurückblicken. „Vorher radle ich immer meine 50 Kilometer mit dem Fahrrad, dann komm ich hierher zum Schwimmen, das hält fit“, sagt der 74-Jährige. Rund 300 Gäste besuchten heuer bislang das Bad. „An Spitzentagen sind es bis zu 1.000“, erzählt Bademeister Dietmar Haas, der im Laufe seiner 10-jährigen Tätigkeit schon mehrere verpatzte Wonnemonate erlebt hat.

Die Hoffnung auf heißen Sommer lebt

Bescheiden fällt die Bilanz auch im Ötscherlandbad in Gaming aus: Drei Badetage und sieben Badegeäste zählte Bademeister Walter Stanglauer. Dennoch blickt er positiv dem Sommer entgegen: „An Spitzentagen können wir mit 800 Gästen pro Tag rechnen, sollte es ein heißer, beständiger Sommer werden, dann holen wir das auf.“

Aufholen könne man das Minus durch die Schlechtwettertage bestimmt, bleibt Hans Zeller, Chef im Purgstaller Erlauftalbad optimistisch. Doch er erinnert sich an bessere Badezeiten: „Früher war das Bad immer sofort voll, sobald nur annähernd Badewetter war. Heute beginnt der richtige Betrieb erst in den Ferien. Das Freizeitverhalten der Menschen ist anders geworden.“

Die derzeitigen zehn Grad Wassertemperatur locken nur ganz besonders Hartgesottene in den Lunzer See. Hier hat sich heuer der Saisonstart um rund einem Monat verschoben. „Im Vorjahr konnten wir Badegäste schon ab dem 28. April willkommen heißen“, weiß Amtsleiter Thomas Weber.