Goldener Herbst am Arbeitsmarkt

Wirtschaftsaufschwung sorgt im Bezirk Scheibbs für weiteren Anstieg der Beschäftigungen.

Erstellt am 09. November 2021 | 15:00
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AMS Geschäftsstellenleiter Sepp Musil hat gut lachen. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent herrscht im Bezirk Scheibbs praktisch Vollbeschäftigung.
Foto: Lachner

Mit einer vorläufigen Arbeitlosenquote von 2,4 Prozent hat der Bezirk praktisch Vollbeschäftigung. Die 439 beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Personen bedeuten einen Wert unter dem Vorkrisenniveau. Rechnet man Arbeitslose und Menschen in Aus- und Weiterbildung zusammen, gibt es derzeit 590 Jobsuchende. Das sind um 97 weniger als im Oktober 2019.

Gegenüber dem Vormonat sank die Arbeitslosigkeit im Bezirk Scheibbs um 29,1 Prozent (180 Personen). Von der anhaltenden Dynamik profitieren Männer etwas mehr als Frauen und junge Menschen im Alter bis 25 Jahre deutlich stärker als die älteren 50+ Erwerbsgeneration. Dennoch erfreulich: Auch bei den Über-50-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit um 18 Prozent gesunken.

Unverändert pulsiert mit 700 freien Arbeitsplätzen die Arbeitskräftenachfrage in der Region in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Mehr als 1.900 vakante Stellen konnten heuer bereits besetzt werden.

„Scheinbar entkoppelt von der Pandemieentwicklung hat sich der Arbeitsmarkt schneller als vorhersehbar von der Corona-Krise erholt“, sagt AMS-Geschäftsstellenleiter Sepp Musil.

Gute Förderung für Langzeitarbeitslose

Trotz guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und vieler freier Stellen gestaltet sich der berufliche Wiedereinstieg für Langzeitarbeitslose schwieriger denn je. Die Zahl der Betroffenen hat sich während der Gesundheitskrise im Bezirk Scheibbs von 34 auf 63 fast verdoppelt. Damit sind knapp 15 Prozent aller Arbeitslosen länger als ein Jahr auf Jobsuche. Grund dafür sind mangelnde Qualifikation, eingeschränkte Mobilität oder vor allem gesundheitliche Handicaps, die mit den Anforderungsprofilen, Arbeitszeiten oder der Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen nicht zusammenpassen.

„In Zeiten eines zunehmenden Arbeitskräftemangels lohnt es sich, Second Best-Bewerbungen eine Jobchance einzuräumen“, appelliert AMS Chef Sepp Musil an Betriebe, Langzeitarbeitslose einzustellen und verweist auf das Sonderförderungsprogramm „Sprungbrett“.

Dabei werden vom Arbeitsmarktservice zwei Drittel der Lohnkosten für die Dauer von sechs bis acht Monaten refundiert. Bei Dienstverhältnissen mit Personen, die länger als zwei Jahre auf Jobsuche waren, werden die ersten drei Monate zur Gänze finanziert. Da Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind, gelten für sie besonders günstige Fördersätze. Im AMS Scheibbs verweist man darauf, dass diese Topkonditionen für Unternehmen vorläufig nur für jene Dienstverhältnisse mit Langzeitarbeitslosen gelten, die bis Jahresende beginnen. Die Förderung muss vor dem Antritt der Beschäftigung beantragt werden. Anfragen sind jederzeit an ams.scheibbs@ams.at möglich.