GR-Wahl 2020: Wo Politik so richtig spürbar ist. Am 26. Jänner sind die Niederösterreicher dazu aufgerufen, ihre neue Gemeindevertretung zu wählen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 17. September 2019 (04:36)
Christian Eplinger
Am vergangenen Donnerstag wurde Franz Aigner (links) zum Scheibbser Bürgermeister gewählt. Stadtamtsdirektor Gerhard Nenning (rechts) überreichte ihm die Scheibbser Bürgermeisterkette und war der erste Gratulant (Bericht auf Seite 10). Aigner ist einer von insgesamt sieben aktuell amtierenden Bürgermeistern im Bezirk, die sich am 26. Jänner 2020 erstmals als Bürgermeister den Gemeinderatswahlen stellen. Sie haben unter der laufenden Periode das Amt von ihren Vorgängern übernommen – fünf davon erst im heurigen Jahr.

„Nirgends kann man als Politiker so direkt gestalten wie auf Gemeindeebene. Hier bekommt man das Ergebnis und die Reaktionen der Bürger unmittelbar zu spüren. Bürgermeister zu sein ist eine sehr schöne aber zugleich sehr fordernde und anstrengende Aufgabe.“

Diese Worte stammen von Günther Leichtfried, der Ende März des heurigen Jahres nach 22 Jahren als Wieselburger Bürgermeister abgetreten ist. So wie er haben in der seit 2015 laufenden Periode sechs weitere Bürgermeister ihr Amt übergeben. Zwei weitere, Stefan Schuster aus St. Georgen und Leopold Latschbacher aus Gresten-Land, werden das mit den Wahlen 2020 machen. Sie lassen ihre Periode ausklingen. Damit gehen am 26. Jänner 2020 genau in der Hälfte aller Bezirksgemeinden bei der amtierenden Bürgermeisterpartei neue Spitzenkandidaten ins Rennen.

Umkämpft: Gresten, Lunz und Gaming

Am schwersten könnte es dabei für Harald Gnadenberger in Gresten werden. Er folgte im Jänner 2019 Langzeitbürgermeister Wolfgang Fahrnberger. Die SPÖ hatte bei den Wahlen 2015 nur eine hauchdünne Mehrheit von 148 Stimmen (ein Mandat) gegenüber der ÖVP. Damals hieß das Duell so wie bereits fünf Jahre davor Wolfgang Fahrnberger versus Hannes Käfer.

Eine weitere Partei ist 2015 in Gresten nicht angetreten. Das könnte sich heuer ändern, zumal aktuell bereits mit Andreas Dienstbier ein parteifreier (ehemaliger ÖVP-)Mandatar im Gemeinderat sitzt. Neu wird auf alle Fälle auch der Herausforderer von Harald Gnadenberger sein. Wer das ist, wollte die ÖVP, bei der es seit Juli mit Markus Weinmesser einen neuen Ortsparteiobmann gibt, noch nicht verraten. Mit Ausnahme der Gemeinderatswahlen wies Gresten in den letzten Jahren bei Landes- und Bundeswahlen traditionell eine ÖVP-Mehrheit auf.

Sehr spannend könnte es auch in den Gemeinden Gaming und Lunz am See werden. In Lunz, bis zum Jahr 2000 noch eine SPÖ-Gemeinde, ist die ÖVP-Mehrheit ebenfalls nur mit einem Mandat (91 Stimmen) abgesichert. Dort tritt Josef Schachner erstmals als ÖVP-Spitzenkandidat an und bekommt es auch mit einem neuen SPÖ-Herausforderer (Andreas Danner) zu tun. Außerdem wird laut NÖN-Informationen auch die FPÖ kandidieren – mit Wolfgang Fuchs als Spitzenkandidat. Fuchs hatte schon 2010 für die FPÖ in Lunz kandidiert, verfehlte damals mit 60 Stimmen aber den Einzug in den Gemeinderat.

Kein einfaches „Heimspiel“ dürfte es auch für Noch-SPÖ-Nationalratsabgeordnete Renate Gruber in ihrer Heimatgemeinde Gaming werden. 2010 verlor die Gruber-SPÖ bei den Gemeinderatswahlen vier Mandate in Gaming. ÖVP und FPÖ hatten damals gemeinsam sogar um eine Stimme mehr als die regierende SPÖ. Dennoch behielt Renate Gruber mit zwölf Mandaten die Mehrheit (ÖVP neun, FPÖ zwei Mandate). Für 2020 haben ÖVP und FPÖ erneut zum Angriff auf die Jahrzehnte lange SPÖ-Hochburg geblasen.

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