Haftung im öffentlichen Raum: Auf Du und Du mit der Kuh. Mehr Warnschilder sollen Alm-Besucher für Gefahren sensibilisieren.

Von Claudia Christ. Erstellt am 30. April 2019 (04:58)
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Weidegenossenschafts-Obmann Erich Wurm und Almhalter Erich Adelsberger appellieren an die Wanderer, sich an die Regeln zu halten.
Claudia Christ

Seit einigen Tagen grasen wieder rund 100 Kühe auf den Wiesen der Weidegenossenschaft Hochkogelberg in der Gemeinde Randegg. Bereits seit einigen Wochen sind hier Wanderer auf den Wegen durch die Weideflächen unterwegs. Für Halter Erich Adelsberger und Obmann Erich Wurm gilt es nun, die Wanderer vermehrt auf die Verhaltensregeln hinzuweisen. Denn spätestens nach dem Gerichtsurteil gegen einen Tiroler Bauern nach einer tödlichen Kuhattacke ist auch hier bei den Bauern Verunsicherung spürbar.

„Die Kühe sind generell an vorbeiziehende Menschen gewöhnt, auch bei angeleinten Hunden gibt es generell kein Problem“, weiß der Halter. Brenzlig könnte es jedoch werden, wenn Hunde frei herumlaufen und beginnen, die grasenden Kühe zu jagen. „Die kontern dann nämlich und gehen auf die Hunde los“, weiß Adelsberger. Das sei schon ein mal passiert. Zum Glück mit gutem Ausgang. Dennoch: „Heuer werden wir noch mehr Warnschilder aufstellen, um die Menschen noch mehr zu sensibilisieren“, ergänzt Wurm. Sollte etwas passieren, sind die Bauern der Genossenschaft versicherungstechnisch abgesichert. Denn die Grundstücksbesitzer haben im Zuge der Wegehalterhaftpflichtversicherung ein schriftliches Übereinkommen mit der Gemeinde bezüglich der öffentlichen Wanderwege abgeschlossen. „Als versichert gelten grundsätzlich Personen- und Sachschäden von befugten Wegebenützern auf Basis der gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen“, erklärt Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger. Unterstützend deckt die Haftpflichtversicherung der Marktgemeinde Randegg etwaige Haftungen für das Wander-, Rad- und Mountainbike-Wegenetz der Gemeinde. „Generell sind wir also diesbezüglich sehr gut abgesichert, aber auch die beste Versicherung ist kein Freibrief, wenn sich ein Hundehalter nicht vorschriftsmäßig verhält“, betont Fuchsluger und hofft wieder auf eine unfallfreie Sommersaison.

Ortswechsel auf 1.800 Meter Höhe. Auf den Almen am Hochkar liegt noch reichlich Schnee, an Wandern ist hier noch nicht zu denken. „Das wird frühestens Anfang Juni möglich sein“, schätzt Almführer Berthold Schrefel. Ende Juni erfolgt der Auftrieb von 240 Stück Vieh auf 1.800 Meter.

Um die Wanderer besser aufzuklären, werden heuer noch mehr Warntafeln mit der Aufschrift „Hunde an die Leine“ und den zehn Verhaltensregeln als bisher die Almwege säumen. „Zum Glück ist bei uns noch nichts passiert. Dennoch wird es immer notwendiger, den Wanderern das richtige Verhalten bei der Begegnung mit Kühen nahezubringen“, sagt Schrefel. Und Bürgermeister Friedrich Fahrnberger betont: „Konkret werden Schilder bei der Hochkarbodenhütte, dem Ausgangspunkt vieler Wanderungen, montiert“ Auch die Mountainbike-Routen werden verstärkt ausgeschildert.

Für die neue Saison startklar ist bereits der Ybbstalradweg. Etwaige Gefahrenquellen wie morsche Bäume entlang der Strecke oder Asphaltschäden wurden bereits vom haftenden Wegeerhalter beseitigt. „Hier fand bereits eine Begehung durch Geologen und Ziviltechniker statt“, sagt der Lunzer Bürgermeister und Vorsitzender des Radwegverbandes Martin Ploderer.

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