Handel: Die Lager sind voll, die Ware muss raus. Die Geschäfte haben wieder geöffnet, locken teilweise mit starken Rabattaktionen und kämpfen mit Quadratmeterbeschränkung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:11)
Vielerorts lockt der Handel mit Ausverkaufsangeboten und Prozenten. „Die Lager sind noch ziemlich voll mit Winterware. Wir müssen danach trachten, in einer relativ kurzen Zeit, möglichst viel Ware zu verkaufen, damit wir Platz für die Frühjahrsprodukte schaffen“, weiß auch Elke Fahrnberger von Intersport Fahrnberger im City Center Wieselburg. Die Kunden freut‘s, wie der große Andrang schon am Montag zeigte.
Christian Eplinger

„Für den Sportartikelhandel ist das Öffnen überlebenswichtig. Wir haben nur mehr ein kurzes Zeitfenster bis Ende Februar, um die Winterware zu verkaufen.“ Das sagt Michael Nendwich, Landesgremialobmann des Sportartikelhandels, der in Lackenhof direkt bei der Ötscherlift-Talstation einen Intersport-Shop mit Skiverleih betreibt.

Ähnliche Worte kommen von Elke Fahrnberger, Chefin von Intersport Fahrnberger im City Center Wieselburg: „Wir sind so froh, dass unser Geschäft endlich wieder offen ist. Zwar haben wir versucht, auch im Lockdown unsere Kunden online oder telefonisch zu beraten und zu betreuen, doch das war für beide Seiten schwierig. Jetzt hoffen wir schon nochmals, auch mit speziellen Angeboten und minus 50 Prozent auf alle Winterartikel, die Kunden zum Shoppen zu motivieren. Unsere Lager sind noch ziemlich voll. Wir brauchen aber den Platz, bevor die Frühlingssaison kommt“, sagt Fahrnberger.

Die 20-Quadratmeterbeschränkung pro Kunde beziehungsweise das Tragen von FFP2-Masken sieht sie nicht als Handicap. „An das Maskentragen haben sich Kunden und Mitarbeiter gewöhnt. Und vom Platzangebot können wir in Wieselburg 25 Kunden gleichzeitig im Geschäft empfangen. Also auch das sollte kein Problem sein“, sagt Fahrnberger.

Da könnte es in den Geschäften der Kleiderei GmbH von Bettina Windisch in Scheibbs oder auch Wieselburg schon enger werden. Dort dürfen maximal sechs Kunden gleichzeitig in den Laden. „Ich glaube schon, dass die Leute gewissermaßen etwas hungrig aufs Shoppen sind und vor allem Lust auf die neuen Kollektionen haben“, sagt Windisch. An großartigen „Preisschlachten“ will sie sich nicht beteiligen, auch wenn ein konzentrierter Abverkauf von Winterware geplant ist.

Richard Pemsel, der mit seinem Bruder Karl die Sport- und Modegeschäfte in Scheibbs führt, erwartet schon einen gewissen Nachholbedarf bei den Kundschaften.

„Wir haben zwar auch im Lockdown viele – vor allem Stammkunden – telefonisch betreut, aber bei uns ist die persönliche Beratung ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs“, erklärt Pemsel, der gerade im Sportgeschäft nicht mit großen Rabattaktionen locken will. „Wir haben nicht vor, mit Muss unsere Winterware zu verschleudern. Da heben wir uns die Sachen lieber für das nächste Jahr auf“, sagt Pemsel.

Was das Testen der Mitarbeiter angeht, so basiert dies bei der Firma Pemsel natürlich auf freiwilliger Basis. „Wir werden uns mit unseren Mitarbeitern absprechen, aber wir hatten im gesamten Vorjahr keinen Infektionsfall, auch nicht, als der Andrang zwischen zweitem und drittem Lockdown doch größer war“, sagt Pemsel, der sich auf den persönlichen Kontakt mit den Kunden wieder freut.

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