Hochburg: 9 Mandate für den UBV. Bauernbund verlor, behauptete aber klare Mehrheit. UBV erreichte neun Mandate.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 02. März 2020 (10:45)
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UBV

So sehr sich der neue designierte Bezirksbauernkammerobmann und Bauernbund-Spitzenkandidat Franz Rafetzeder aus Wieselburg-Land auch über das „super Landesergebnis“ freuen kann, so ernüchternd ist das Bezirksergebnis für den Bauernbund. 71,8 Prozent bedeuten ein minus von 9,2 Prozent und den Verlust von drei Mandaten.

„Ein Minus ist nie gut. Wir behalten zwar die klare Mehrheit in der Kammer, aber dieses Ergebnis muss uns dennoch zu denken geben. Es ist ein Auftrag für uns, unsere Arbeit noch zu verbessern“, sagt Rafetzeder, streckt dem UBV aber die Hand entgegen. „Wir sind in der Kammer für die Zusammenarbeit bereit, da wir für die Bauernschaft arbeiten wollen. Allerdings werden wir nichts versprechen, was wir nicht halten können“, betont Rafetzeder.

Stephan Pernkopf, Johannes Schmuckenschlager, Franz Rafetzeder und Paul Nemecek vom NÖ Bauernbund hatten am Sonntag leicht lachen.
P. Monihart

Der große Gewinner auf Bezirksebene war der Unabhängige Bauernverband rund um Bezirksspitzenkandidaten Alois Fröschl aus Gaming. „Über 22 Prozent und damit neun Mandate hätte ich mir nie erträumen lassen. Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Wir sind damit die UBV-Hochburg im gesamten Bundesland“, jubelt Fröschl und spielt darauf an, dass der UBV in keinem Bezirk stärker in der Bezirksbauernkammer vertreten sein wird als in Scheibbs.

Das zweitbeste UBV-Bezirksergebnis gibt es in Amstetten mit acht Mandaten. Der UBV wird im Bezirk damit in allen Ausschüssen und auch im Hauptausschuss vertreten sein. Entsprechend gut war die Stimmung bei der Siegesfeier beim Ballonwirt Aigner in der Heimatgemeinde von Bauernbund-Spitzenkandidat Franz Rafetzeder. Apropos Gemeindeergebnisse: Da war Gaming, die Heimatgemeinde von Fröschl, mit 38 Prozent die UBV-Hochburg.

Herbert Höllmüller (FB): „Kein Ergebnis für Freudensprünge.“
FPÖ

Gerade noch den Einzug in die Bezirksbauernkammer geschafft hat FB-Kandidat Herbert Höllmüller aus Wang. 131 Wahlberechtigte machten im Bezirk ihr Kreuz bei der Freiheitlichen Bauernschaft. Das ist ein Minus von 12,7 Prozent gegenüber 2015, wo die FB noch gemeinsam mit der UBV im Wahlbündnis angetreten war. „Damit bin ich nur mehr Zuhörer und kann maximal Zünglein an der Waage sein, wenn die UBV-Mandatare eine Sondersitzung einberufen wollen. Weil dazu sind zehn Unterschriften notwendig“, weiß Höllmüller.

Nicht mehr in die Bezirksbauernkammer einziehen werden die SPÖ-Bauern. „Schade, wir haben zwar nur 0,6 Prozentpunkte verloren, aber für das eine Mandat war das zu viel“, sieht SPÖ-Spitzenkandidatin Barbara Pflügl aus Purgstall den Grund auch im schlechten Allgemeinzustand der SPÖ.