Honig klebt in Waben. Wegen Kälte blieb Blütenhonig-Ernte unterm Schnitt. Waldhonig kristallisiert zu früh.

Von Karin Katona. Erstellt am 03. Juli 2019 (06:24)
Katona
Die Bio-Imker Harald und Heidi Fuchssteiner bei ihren Bienenstöcken: „Die Waben sind viel stärker verklebt als sonst. Der Qualität tut das keinen Abbruch.“

Die Imker im Bezirk haben es heuer schwerer als sonst: War die Blütenhonig-Ernte wegen der kalten Witterung im Mai eher dürftig, ist die Waldhonig-Ernte schwerer als sonst aus den Waben zu bekommen.

Das Honig-Phänomen, das heuer stärker als in durchschnittlichen Bienenjahren auftritt, nennt sich „Mellezitose“. Imkerverbandsobmann Josef Niklas erklärt den Grund: „Die Bienen gewinnen den Waldhonig von Honigtauerzeugern. Einer, der meist erst Ende Juli auftritt, hat heuer einen früheren Reifezyklus. Das bewirkt, dass ein Teil des Honigs bereits in den Waben kristallisiert und beim Schleudern etwa ein Drittel des Honigs in den Waben bleibt.“

Das Phänomen, das auch „Zementhonig“ genannt wird, kenne man in diesem Ausmaß im Bezirk nicht, erklärt Bio-Imker Harald Fuchssteiner aus Oberndorf. Auch er hat heuer mit frühzeitig kristallisiertem Honig zu kämpfen. Den Ausdruck „Zementhonig“ findet Fuchssteiner jedoch übertrieben: „Honig kann niemals eine zementartige Konsistenz haben. Er geht nur schwerer aus den Waben heraus. Den Teil, der in den Waben bleibt, kann man den Bienen wieder zurück geben.“

Ernte ist mühsamer, aber Qualität passt

Von der Menge her werde die Waldhonigernte heuer voraussichtlich sogar sehr gut ausfallen. „Um die Qualität des Honigs müssen wir uns keine Sorgen machen, sie bleibt weiterhin hervorragend. Die heurige Ernte ist einfach nur mühsamer für die Imker, das ist alles.“

Hermann Höhlmüller, Obmann des Imkervereins Purgstall-Oberndorf und Obmann der Eisenstraße-Imker hat eben erst mit dem Schleudern des Waldhonigs begonnen und auch schon Mellizitose-Honig in seinen Waben festgestellt. „Wir Imker haben heuer mit der Honiggewinnung mehr Arbeit. Für den Konsumenten ändert sich nichts“, beruhigt auch er.

Was den Imkern die größte Sorge bereite, sei die immer geringere Anzahl von Blühflächen, auch im ländlichen Raum: „Jeder Gartenbesitzer sollte selbst dazu beitragen, seinen Garten zur Bienenweide zu machen: auf Artenvielfalt achten, auf Insektizide verzichten, zu häufiges Mähen vermeiden. Nur so können wir das Überleben der Bienen sichern und weiterhin unseren Honig genießen.“