Immo-Markt: Preise flachen ab. Bezirk Scheibbs verzeichnet Plus bei Immobilien-Verkäufen bei gleichzeitig stabilen Preisen.

Von Karin Katona. Erstellt am 23. März 2020 (05:46)
Symbolbild
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Jeder 32. Österreicher hat im Jahr 2019 eine Immobilie gekauft oder verkauft (siehe Grafik). „Es hat neue Rekordzahlen auf dem Immobilienmarkt gegeben“, erklärt Markus Zehetner vom Immobilienbüro REMAX Wieselburg. „Sowohl was die Zahl der Immobilien betrifft, als auch deren Werte.“ So haben in Niederösterreich laut Grundbuch 28.304 Immobilien den Besitzer gewechselt, das ist eine Steigerung um 8,8 Prozent und somit das größte nominelle Plus österreichweit.

Die Zahlen im Bezirk Scheibbs schauen ebenfalls gut aus: Hier wird in Scheibbs mit 426 Verbücherungen ein Plus von 8,4 Prozent geschrieben. „Die Daten für den REMAX Immo-Spiegel sind aus den öffentlich zugänglichen Kaufverträgen im amtlichen Grundbuch und daher die verlässlichsten am Markt“, betont Immobilien-Experte Zehetner.

Jeder 32. Österreicher hat 2019 eine Immobilie gekauft oder verkauft.
Quelle: Remax ImmoSpiegel 2019 auf Basis des Österreichischen Grundbuchs

Was die Immobilien-Preise betrifft, spricht Zehetner von einem „Abflachungsprozess“. Seit 2008 seien die Preise auf dem Immobilienmarkt kontinuierlich angestiegen, nun sei die Lage stabil. Der Grund: „Der Trend, Immobilien als Wertanlage zu erwerben, hat sich etwas gelegt, dieser Markt ist ziemlich gesättigt.“ Relativ stabil sei die Preislage auch bei Einfamilienhäusern. „Hier gibt es eine gute Nachfrage nach Objekten für Umbau oder Sanierung, vor allem von jungen Leuten“, sagt Markus Zehetner.

„Wer neu bauen will, muss mit Kosten von 500.000 Euro aufwärts rechnen. Da wählen viele die günstigere Variante, eine bereits bestehende Immobilie zu revitalisieren.“ Was wiederum einem anderen Trend zugute komme: „Die Verweildauer in Immobilien ist kürzer als früher. Heute baut man nicht ein Haus, um dort unbedingt für den Rest des Lebens zu wohnen.“ Ganz im Gegenteil: „Ändern sich die Lebensumstände, zieht das oft auch einen Umzug nach sich.“

 „Die Verweildauer in Immobilien ist kürzer als früher. Viele Ältere steigen auf kleinere Immobilien um.“ Markus Zehetner, REMAX Wieselburg

 Viele Ältere, weiß REMAX-Chef Zehetner, trennen sich von ihren, nach Auszug der Kinder, zu groß gewordenen Häusern und steigen auf ein kleineres, vorzugsweise barrierefreies Zuhause um, sei es nun ein Haus oder eine Wohnung. Weshalb es auch um den Wohnungsmarkt bestens bestellt sei, auf den besonders die Jungen drängen: „In vielen Fällen ist das erste eigene Zuhause eine Wohnung.“

Zur Belebung der verwaisten Ortskerne wünscht sich Markus Zehetner ein Fördergesetz zugunsten der Revitalisierung. „Diese ursprünglich gemischt genützten Häuser – unten ein Geschäftslokal, oben der Wohnbereich – sind von der Sanierung her das Teuerste, was es gibt. Da könnte der Gesetzgeber nur mit finanziellen Anreizen dagegen steuern.“