Impfstart bei Hausärzten: „Quer durch die Gegend“. Seit dieser Woche impfen auch erste Hausärzte im Scheibbser Bezirk Patienten über 80 Jahre. Kritik an Einteilung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:01)
Der Purgstaller Bezirksärztevertreter Karl Brandstetter hat die Ärzte des Bezirks geimpft. Aktuell folgt deren zweite Teilimpfung.
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Diese Woche startete bei den Hausärzten die zweite Impftranche von Personen über 80 Jahren. Nachdem in Woche eins die Hausärzte aus dem Bezirk noch keine Impfdosen bekommen hatten, so verimpften diese Woche auch die Doktoren Andreas Fritsch aus Wieselburg und Syrus Nikou aus Gresten jeweils rund 100 Dosen des Pfizer/Biontec-Impfstoffes. In der vierten Woche ist der Göstlinger Arzt Michael Putz an der Reihe.

„Ich verstehe es nicht, warum man die Menschen für eine Impfung durch die Gegend schickt und nicht regional zusammenfasst.“ Bezirksärztevertreter Karl Brandstetter

Putz hat mit den Covid-19-Impfungen schon Erfahrungen, denn gemeinsam mit Bezirksärztevertreter Karl Brandstetter aus Purgstall hat er auch schon die Ärzte des Bezirks sowie das Ordinationspersonal durchgeimpft. Deren zweite Impfung folgt diese und nächste Woche.

Diesen Mittwoch werden von Notruf NÖ die ersten Impfanmeldungen für den AstraZeneca-Impfstoff freigeschaltet. Dieser ist allerdings nur für Personen unter 65 Jahren zugelassen.

Anmelden können sich daher Kontaktpersonen von Schwangeren, Personen mit Vorerkrankungen und besonders hohem Risiko sowie Gesundheitspersonal der Kategorie drei und vier inklusive 24h-Betreuerinnen. Im Bezirk werden als erste die Ärzte Wolfgang Dörfler in Lunz sowie Karl Brandstetter und Leopold Auer aus Purgstall den AstraZeneca-Impfstoff verimpfen.

An dieser „für viele unüberschaubaren“ Anmeldestrategie übt Bezirksärztevertreter Karl Brandstetter Kritik.

„Für mich stellt sich die Frage, wie man Risikopatienten herausfiltert. Ich verstehe es auch nicht, warum man die Menschen für eine Impfung durch die Gegend schickt und nicht regional zusammenfasst. Wenn uns Ärzten hier auf regionaler Ebene die Auf- und Einteilung überlassen worden wäre, dann hätten wir uns viel Ärger erspart. Wir kennen unsere Patienten und wissen, wo genau jetzt eine Impfung wichtig wäre oder wer sich etwa aufgrund einer überstandenen Corona-Erkrankung erst später impfen lassen sollte. So sind viele unglücklich mit der Situation“, sagt Brandstetter.