Impfung: Ein Stich für die Sicherheit. Vergangene Woche startete die Landesimpfkampagne für Erwachsene. Die NÖN befragte Ärzte und Apotheker.

Von Karin Katona und Anita Schwaiger. Erstellt am 11. Februar 2020 (05:24)
Impfen ist auch bei Erwachsenen ein Thema. Häufig fehlen Auffrischungsimpfungen. Symbolfoto: Shutterstock/Syda Productions
Shutterstock/Syda Productions

Impfen – das ist etwas, was die meisten Erwachsenen mit ihrer Kinderzeit verbinden: Gegen Masern, Mumps, Röteln, Kinderlähmung und Pocken gibt es auch heute noch Impfkampagnen in den Schulen. Mit der Landesimpfkampagne für Erwachsene möchte das Land NÖ darauf hinweisen, dass Impfen auch für Erwachsene sinnvoll ist.

Auch die Apotheke Purgstall sieht die Sinnhaftigkeit der Landesimpfkampagne. „Es gibt keine Impfung, die unnötig ist“, betont der Apotheker Florian Wagner. „Jede Impfung, die man vornehmen kann, wäre sinnvoll. Zudem ist klar: Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto eher schützen die geimpften die nicht geimpften Personen, die beispielsweise für eine Impfung zu jung sind“, erklärt er.

„Punkto Hygiene ist das Bewusstsein in der Bevölkerung bereits sehr ausgeprägt.“Erwin Schwaighofer, Ärztlicher Direktor LK Scheibbs

Besonders wichtig ist die Immunisierung gegen Diphtherie, Keuchhusten, Polio sowie Tetanus. Aber auch Schutzimpfungen gegen Hepatitis und FSME sind dringend anzuraten. Eine Impfempfehlung gibt die Apotheke all jenen Personen, die ein schwaches Immunsystem haben. Aber auch schwangere Frauen beziehungsweise Frauen mit Kinderwunsch sollten sich gegen die Krankheiten impfen lassen. In Influenza-Zeiten ist laut der Apotheke das Händewaschen die wirksamste Maßnahme. Auch die Verwendung von Desinfektionsmitteln ist anzuraten.

Das Bewusstsein für die Bedeutung von Hygiene, besonders in Grippezeiten, sei in der Bevölkerung gut verankert, sagt Allgemeinmediziner Leopold Auer. Er gibt eine Impfempfehlung für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sowie jene Patienten, die bereits an chronischen Krankheiten, wie etwa von Herz und Lunge, leiden. „Das sind jene Patienten, die ein erhöhtes Risiko haben, an Influenza, aber auch an banalen Infekten, zu sterben“, erklärt der Arzt.

Generell sei Influenza immer noch eine unterschätzte Krankheit: „Wenn wir von Viren aus China hören, bricht Panik aus. Voriges Jahr hatten wir in Österreich 1.4000 Sterbefälle durch Influenza, von denen viele durch die Grippeimpfung zu verhindern gewesen wären.“ Das schlechte Image der Grippeimpfung resultiere aus einer simplen Verwechslung: „Viele setzen Influenza mit einem grippalen Infekt gleich und verharmlosen so die Krankheit.“

Im Landesklinikum Scheibbs ist das Thema „Impfen“ ebenfalls von enormer Bedeutung. Der ärztliche Direktor Erwin Schwaighofer weiß, dass Impfschutz nicht nur in Krankenhäusern und im Gesundheitswesen unumgänglich ist: „Je sensibler der Arbeitsbereich, desto wichtiger der Impfschutz“, betont der Mediziner. Alle Berufsgruppen im Landesklinikum seien dabei – auf freiwilliger Basis – ihren Immunstatus zu erheben und dokumentieren zu lassen, ergänzt Schwaighofer.

Besonders erfreut ist der ärztliche Direktor jedoch über den Fortschritt des Impfbewusstseins: „Die Entwicklung von Impfstoffen hat enorme positive Auswirkungen auf die gesamte Weltbevölkerung gehabt, ohne selbst mit gravierenden Nebenwirkungen behaftet zu sein. Gefährliche Infektionskrankheiten wurden durch die Einführung einer Impfpflicht (beinahe) ausgerottet, wie zum Beispiel die Pocken.“ Punkto Hygienemaßnahmen gibt es im Landesklinikum ebenfalls erfreuliche Entwicklungen. „Für das Krankenhauspersonal sind standardisierte Hygienemaßnahmen eine Selbstverständlichkeit. Es ist aber auch eine wachsende Sensibilisierung der Gesamtbevölkerung zu bemerken. “

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