Bezirk Scheibbs ist noch ein "weißer Fleck". "Wir haben aktuell noch keinen bestätigten Coronavirus-Fall bei uns im Bezirk", beruhigte Bezirkshauptmann Johann Seper am Freitag im NÖN-Gespräch. Zwei Personen im Bezirk seien aktuell in häuslicher Quarantäne. "Diese Personen hatten Kontakt mit zwei Infizierten, daher wurde diese Vorsichtsmaßnahme eingeleitet. Sie weisen derzeit keine Symptome auf", erklärte Seper.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. März 2020 (20:57)
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In der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs herrschte am Freitag Hochbetrieb. "Es kommen zig Anrufe rein, mit angeblichen Verdachtsfällen. Denen wird allen genau nachgegangen. Das ist ein großer Ermittlungsaufwand", betont der Scheibbser Bezirkshauptmann, der praktisch in ständigen Kontakt mit Amtsärztin Doktor Barbara Eppensteiner steht. 

Immer wieder gibt es auf der Bezirkshauptmannschaft kleinere Sitzungen, an denen Seper, sein Stellvertreter Christian Pehofer, Juristin Anja Salber, Bürodirektor Reinhard Riegler und Amtsärztin Barbara Eppensteiner teilnehmen. "Wir koordinieren die Vorgehensweise und aktualisieren die Vorgaben, die seitens des Landes oder der Bundesregierung kommen", erläutert Seper. Am Wochenende ist ein Journaldienst eingerichtet. Im Bedarfsfall wird der engere Stab einberufen.

Apotheker rund um die Uhr im Einsatz

Hochbetrieb herrscht auch in den Apotheken. "Die Apotheker und Apothekerinnen und ihre Mitarbeiter sind seit zwei Wochen fast rund um die Uhr im Einsatz. Sie leisten wirklich großartiges. Denn die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln aber auch nach Medikamenten ist enorm. Die Menschen haben Angst, ihre Medikamente nicht mehr zu bekommen. Nur das ist unbegründet. Und unsere Pharmazeuten haben das Wissen und die Materialien, genügend Desinfektionsmittel selbst herzustellen", betont Jürgen Rehak, Obmann des Apothekerverbandes Österreich und Präsident der Apothekerkammer Vorarlberg bei einer Stippvisite in der Apotheke Wieselburg.

Dort wird wie in praktisch allen Apotheken des Landes derzeit fast sieben Tage die Woche rund um die Uhr gearbeitet. "Unsere Mitarbeiter geben ihr Bestes, verzichten auf freie Tage und kommen sogar vorzeitig aus dem Urlaub zurück", weiß Apothekerin Petra Esletzbichler. 

Flaschen sind Mangelware

Aktuell herrscht allerdings schon ein wenig ein Engpass bei den Flaschen. Daher rufen die Apotheker die Kunden auf, Flaschen oder Fläschchen wieder mitzubringen. "Flaschen sind derzeit eher Mangelware als die Desinfektionsmittel selbst", weiß Jürgen Rehak.