Keine echten Beweise für Tierquälerei: Freigesprochen. Landesgericht St. Pölten konnte nicht klären, ob 22-Jährige Schuld am Tod eines Yorkshire Terriers trifft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 30. Oktober 2019 (03:23)
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Von Zolnierek, Shutterstock.com

Einen Yorkshire Terrier soll eine 22-Jährige aus dem Bezirk Scheibbs gewürgt und in die Jeßnitz geworfen haben. Wegen Tierquälerei wird ihr am Landesgericht St. Pölten der Prozess gemacht.

„Es war grob fahrlässig von mir“, sagt die 22-Jährige im Prozess am Landesgericht. Und erzählt: „Mein Freund und ich hatten Streit, wir hatten getrunken und ich habe das Haus verlassen. Die Hunde sind mir gefolgt. Ich war verletzt, dass sie das gemacht haben und mein Freund nicht.“ Deshalb habe sie den Yorkshire Terrier „in einem Wutanfall mit dem Fuß weggetaucht“. Dass das Tier dadurch in den Fluss gefallen ist, habe sie „nicht mitbekommen“.

„Habe das erzählt, weil ich so verletzt war“

Nach dem Vorfall sei die 22-Jährige zu ihrem Freund zurückgekehrt, habe ihm im Zorn mitgeteilt, den Hund erwürgt und ins Wasser geschmissen zu haben. „Weil ich so verletzt war“, erklärt sie vor Gericht.

Nach dem Vierbeiner wurde sofort gesucht, doch erst am nächsten Tag fand die Besitzerin, die Schwester des Freundes der Angeklagten, das Tier tot in der Jeßnitz auf. Das letzte Wort der Angeklagten? „Ich bereue, es war grob fahrlässig von mir.“

Der Richter fällt einen Freispruch (rechtskräftig). „Wir wissen nicht, wie der Hund ums Leben gekommen ist. Es gibt keine objektiven Beweisergebnisse, dass er mutwillig getötet, roh misshandelt oder gequält wurde“, begründet er. Und sagt zu der 22-Jährigen: „Ehrlich gesagt, glaube ich Ihnen nichts, aber es gilt der Zweifelsgrundsatz.“