Last-Minute in den Skiurlaub. Bezirk Scheibbs: Corona hat das Buchungsverhalten verändert. Wie schon im Sommer zeigt sich Trend zum Urlaub „Daheim“.

Von Karin Katona. Erstellt am 25. November 2020 (03:42)
Symbolbild
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Spätestens Mitte November beginnt für Gerlinde Metzinger, Geschäftsführerin des NÖ Landesskiverbands und früher selbst als Rennläuferin aktiv, alljährlich die Skisaison. Heuer ist dieser Start dem Lockdown zum Opfer gefallen. Der Kinderskikurs der Sportunion Purgstall, den Metzinger mit organisiert, ist bereits abgesagt, ebenso der vom LSV ausgerichtete Snowboard-Weltcup in Lackenhof. Das winterliche Highlight der Familie ist seit 2008 der Skiurlaub in den Semesterferien mit Freunden, der fix von Jahr zu Jahr gebucht wird. „Die Buchung ist aufrecht“, sagt die Purgstallerin. „Wenn sich die Coronasituation beruhigt, werden wir fahren. Storniert wird nur im Notfall.“

Die heimischen Beherbergungsbetreiber sind durch Covid-19-Präventionskonzepte und auf die Situation angepasste Stornobedingungen zwar gut vorbereitet, blicken aber dennoch sorgenvoll in Richtung Winter. „Auch wenn derzeit – abgesehen von einigen Schulgruppen – noch kaum Stornierungen eingetroffen sind“, weiß Jessica Hraby vom Tourismusverein Ybbstaler Alpen. Das Buchungsverhalten der Gäste hat sich seit Pandemiebeginn stark verkürzt. Last-Minute-Buchungen werden häufiger, da der Großteil der Gäste sich an der aktuellen Lage orientiert. Bisher kamen rund 50 Prozent der Gäste aus den CEE-Märkten Ungarn, Tschechien und Slowakei. Der Rest aus den Nahmärkten Wien und Niederösterreich. „Wobei wir die aktuellen Reisewarnungen auch als Chance einschätzen und glauben, dass der einheimische Gast vermehrt Winterurlaub ‚Daheim‘ machen wird“, meint die Tourismusexpertin.

Denn die Region bietet eine Vielfalt an Urlaubsmöglichkeiten, vom Skifahren über Langlaufen, Skitourengehen, Schneeschuhwandern oder einfach nur die verträumte Winterlandschaft mit ihrer frischen Luft genießen, an.

Ob die Hotels aufsperren oder nicht, hängt einzig von den verordneten Maßnahmen der Regierung ab. „Derzeit sind uns keine dauerhaften Hotelschließungen bekannt und wir hoffen sehr, dass es auch dabei bleiben wird.“ In Göstling stehen für die Gäste insgesamt 1.348 Betten in 40 Privatunterkünften und 15 Gewerbebetrieben zur Verfügung.

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Urlaub daheim statt in der Ferne

Land NÖ und Wirtschaftskammer seien gerade dabei, einen Corona-Sicherheitsleitfaden für alle Skigebiete zu entwickeln, welcher dann individuell angepasst werden soll. „Unser Vorteil in der Region ist, dass wir keine Gondeln oder Seilbahnen haben und somit die Voraussetzungen ganz andere sind, weil sich alles im Freien abspielt“, meint Ybbstaler-Alpen-Geschäftsführer Herbert Zebenholzer.

Ab in die Sonne und raus aus der Kälte – jedes Jahr um diese Zeit zieht es viele Sonnenhungrige in wärmere Gefilde. Dubai, Malediven, Thailand, Kuba und Mauritius zählen da üblicherweise zu den beliebtesten Winterdestinationen. Im Corona-Jahr ist das natürlich völlig anders. „Wir haben nur vereinzelt aktive Buchungen in der Fernstrecke für Jänner und Februar“, weiß Geschäftsführer Richard Kerschner. Dazu kommen noch vereinzelt Hotelbuchungen für Salzburg und Tirol.

Wann und ob Gerlinde Metzinger heuer ihre geliebten Ski aus dem Keller holen kann, ist einstweilen noch ungewiss. Doch die LSV-Geschäftsführerin bleibt optimistisch: „Die Skisaison hört bei mir immer erst nach Ostern auf. Und bis dahin ist noch sehr viel Zeit.“

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