Medienkompetenz: Für Schulen nichts Neues. „Schule 4.0 – jetzt wird‘s digital“: Kenntnisse in digitaler Technologie und der richtige Umgang mit Kommunikationskanälen sollen ab der Volksschule in den Lehrplan.

Von Nina Pöchhacker. Erstellt am 09. Februar 2017 (05:00)
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Lern-Apps statt Schulbüchern, Hausübungen auf Online-Plattformen einreichen statt auf Papier – im Herbst 2018 soll die Digitalisierungsstrategie in allen Pflichtschulen eingeführt sein.
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Medienkompetenz erlernen, kritisch mit Informationen im Internet umgehen und Technik beherrschen – so lesen sich die Ziele der neuen Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0“ von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. Ab der dritten Klasse Volksschule sollen Kinder spielerisch eine digitale Grundbildung erhalten.

"SInd im Bezirk gut aufgestellt"

„Das ist für uns nichts Neues, wir arbeiten ja schon kontinuierlich daran“, erklärt Elisabeth Kellnreiter, Direktorin der Mittelschule Steinakirchen. Probleme mit WhatsApp und Facebook sind häufig Thema in Fächern wie Soziales Lernen.

„Ein Schüler hat beispielsweise einen anderen auf Facebook beleidigt und dieser ist am nächsten Tag deshalb nicht zur Schule gegangen. Schüler nutzen Social Media zwar in der Freizeit, aber aufgearbeitet wird das von uns Lehrern“, schildert Kellnreiter den Vorfall.

Auch Pflichtschulinspektor Leopold Schauppenlehner konnte im Bildungsprogramm keine gänzlich neue Idee entdecken. „Wir sind im Bezirk Scheibbs gut aufgestellt. Viele Lehrer nehmen an Fortbildungen teil und überprüfen beim DIGIcheck ihre digitale Kompetenz“, führt Schauppenlehner aus.

Die Infrastruktur sei in allen Schulen gegeben, einzig den Kauf eines Tablets für jeden Schüler ab der fünften Schulstufe sieht er als finanzielles Hindernis an.

500 Programmier-Workshops durchgeführt

Für Bernhard Löwenstein, Obmann des größten österreichischen Vereins zur Förderung von IT-Nachwuchs, geht die Digitalisierungsstrategie noch nicht weit genug. „Eine verbindliche Übung wird als erstes wieder geopfert, wenn Ressourcen zu knapp sind und bei einer integrativen Umsetzung leidet die Qualität“, erläutert Löwenstein. Er unterstützt die Einführung eines Pflichtfaches für Medienkompetenz.

Sein Verein hat bereits 500 Programmier-Workshops an Schulen und Kindergärten durchgeführt. „Kinder lernen beim Progammieren logisches Denken und große Probleme in kleine Schritte zu zerlegen – Kenntnisse, die ein ganzes Leben lang von Vorteil sind.“