Mediziner vor Gericht. Arzt verschrieb Drogenabhängigem vorschriftswidrig Medikamente. Dafür setzte es Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 15. Februar 2019 (04:50)
Symbolbild

„Mein Mandant ist ein beliebter und anerkannter Arzt. Er wollte nie etwas anderes als Menschen helfen“, sagt ein Rechtsanwalt in einem Prozess. Dort, am Landesgericht in St. Pölten, vertritt er einen Mediziner aus dem Bezirk Scheibbs. Einem drogenabhängigen Patienten morphinhältige Medikamente in großer Menge vorschriftswidrig verschrieben zu haben, wird dem Arzt vorgeworfen.

„Ich wollte ihm nur helfen, er hat mir sehr leidgetan. Er klagte über starke Schmerzen, hat gesagt, wenn ich ihm nichts gebe, nehme er sich das Leben."

Zum Suchtgifthandel ist der Angeklagte vor dem Richter geständig. „Ich bin schuldig, ich habe einen Fehler gemacht“, sagt er. Und er erklärt: „Ich wollte ihm nur helfen, er hat mir sehr leidgetan. Er klagte über starke Schmerzen, hat gesagt, wenn ich ihm nichts gebe, nehme er sich das Leben. Er ist ständig gekommen, hat erzählt, dass er das Rezept verloren habe, dass man es ihm gestohlen habe. Ich habe versucht, ihn zu überreden, sich behandeln zu lassen. Das hat aber nicht funktioniert.“

Das letzte Wort des Mediziners vor Urteilsverkündung? „Ich habe daraus gelernt.“ Über den Arzt werden 14 Monate bedingte Freiheitsstrafe sowie 10.800 Euro Geldstrafe verhängt. Nicht rechtskräftig.