Mehr Schüler und 21 neue Lehrer in den Pflichtschulen

Geburtenstarke Jahrgänge wirken sich positiv aus. Pädagogische Schwerpunkte sind Teamteaching und Differenzierung.

Erstellt am 08. September 2017 | 05:00
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Für 475 Kinder im Bezirk hieß es am Montag das erste Mal „Aufstehen, die Schule beginnt!“ Damit ist die Zahl der Taferlklassler im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken, obwohl insgesamt gesehen die Volksschüler im Bezirk mehr geworden sind (siehe Infobox Seite 3). „Beides hat aber keine Auswirkung auf die Klassenzahlen in den 14 Volksschulen des Bezirks. Die sind gleich geblieben wie im Vorjahr“, weiß Pflichtschulinspektor Leopold Schauppenlehner.

Auch die Gesamtschülerzahl in den Neuen Mittelschulen des Bezirks ist wieder gestiegen. Waren es im Vorjahr 1.471 Mittelschüler, so ist diese Zahl heuer auf 1.485 Schüler angewachsen. „Das ist auch ein Indiz dafür, dass unsere Lehrer in den Mittelschulen eine gute Arbeit leisten und diese Schulform bei Kindern und Eltern nach wie vor beliebt ist“, betont Schauppenlehner.

ASO-Struktur im Bezirk bleibt vorerst aufrecht

Pflichtschulinspektor Leopold Schauppenlehner
Pflichtschulinspektor Leopold Schauppenlehner blickt zuversichtlich in das neue Schuljahr.
Eplinger

Im Poly Scheibbs rechnet man wieder mit 90 bis 95 Schülern und vier oder fünf Klassen. „Da kann sich in der ersten Schulwoche noch einiges tun“, weiß Schauppenlehner aus Erfahrung. In der Sonderschule sinken die Schülerzahlen. Schauppenlehner: „Hier wird natürlich der Integrationsunterricht forciert, so wie es ja auch bildungspolitisch vorgesehen ist. Dennoch bleibt die Struktur im Bezirk mit den Sonderschulen in Rogatsboden und Scheibbs sowie der angeschlossenen ASO-Klasse in Gresten vorerst unverändert.“

Erfreulich sei, dass im Bezirk kein Lehrermangel herrsche. „Wir konnten alle Wünsche der Schulen erfüllen, wobei es insgesamt in den Pflichtschulen des Scheibbser Bezirks heuer 21 Neuanstellungen gibt. Einen Engpass könnte es aber 2019 geben, wenn es durch die Umstellung auf die Hochschul-Lehrer-Ausbildung ein Jahr keine Abgänger gibt“, weiß Schauppenlehner.

Das Vorbereitungsjahr auf die Digitalisierung

Bildungspolitisch bereiten sich die Schulen heuer ganz besonders auf die Digitalisierung vor. Für die Lehrer wird es eigene Fortbildungen in Mediendidaktik und -pädagogik geben.
Weiter intensiviert werden soll in die Differenzierung, das potenzialfokussierte Lernen („Lernbüros“) und das Teamteaching. „Das Zwei-Lehrer-System in Deutsch, Englisch und Mathematik soll ein Kernelement der Mittelschule werden“, unterstreicht Schauppenlehner.

In der Volksschule liegt heuer ein Fokus auf Mathematik – im Frühjahr werden die Bildungsstandards der Viertklassler überprüft. Außerdem soll Schulen die Möglichkeit gegeben werden, neue Zertifikate zu erwerben. Ähnlich der „Gesunden Schule“ soll es ein „Schule des Lesens“-Zertifikat geben. „Derzeit werden die Indikatoren ausgearbeitet. Ab dem zweiten Semester sollte es möglich sein, dieses Zertifikat zu erlangen“, sagt Schauppenlehner.

Schon vorausschauend auf das Schuljahr 2018/19 steht eine weitere Neuerung für die Volksschulen am Programm. Kinder, deren eigentlicher Geburtstermin zwischen 1. und 20. September gelegen wäre, die aber schon im August zur Welt gekommen und damit mit sechs Jahren schulpflichtig sind, können auf Wunsch der Eltern noch ein Jahr länger in den Kindergarten gehen. „Auch das ist ein Teil des Bildungspakets – aber darüber spricht keiner“, verrät Leopold Schauppenlehner mit einem Augenzwinkern.