Mit Kontrollen präventiv gegen Alkoholunfälle wirken

Erstellt am 10. August 2022 | 09:10
Lesezeit: 3 Min
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Mit Kontrollen will die Polizei Alkohol am Steuer entgegenwirken.
Foto: pexels/energepiccom
Kuratorium schlägt Alarm: Seit 30 Jahren war der Anteil der Alkoholunfälle nicht mehr so hoch wie heuer. Auch im Bezirk Scheibbs zeigt sich Tendenz. Die Polizei appelliert an Eigenverantwortung.
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Drei Todesopfer gab es heuer bereits auf den Straßen des Bezirks. Im Freilandgebiet in Oberndorf verunglückte im März ein 19-Jähriger tödlich. Der Schock über den Tod der beiden jungen Scheibbser Burschen (15 und 22), die in der Vorwoche unter großer Anteilnahme am Scheibbser Friedhof beigesetzt wurden, sitzt noch immer tief.

Beim Unfall in Oberndorf war Alkohol die Unfallursache. Der mittlerweile verurteilte 20-jährige Fahrer hatte über 2 Promille. Er kämpft noch immer mit der psychischen Belastung des Todes seines Freundes und hat seit dem Unfall keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken. Beim tödlichen Unfall in Scheibbs wird die Ursache für immer unbekannt bleiben. „Jede Äußerung dazu wäre hier reine Spekulation“, weiß Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger.

Dennoch kann er den vom Kuratorium für Verkehrssicherheit festgestellten alarmierenden Wert, dass der Anteil an Alkoholunfällen im ersten Quartal 2022 so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr war, auch für den Scheibbser Bezirk bestätigen. „Wir haben zwar in unserer laufenden Statistik keine genauen Zahlen bezüglich Unfallursache, aber alleine bei unseren Kontrollen sehen wir, dass die Anzahl der Lenker, die alkoholisiert hinter dem Steuer sitzen, wieder steigt“, sagt Heinreichsberger.

Gerade im Bezirk Scheibbs versucht die Polizei, mit intensiver Kontrolltätigkeit präventiv entgegenzuwirken. „Wir haben im Niederösterreich-Vergleich bei uns eine extrem hohe Kontrolldichte“, sagt Heinreichsberger und appelliert an die Eigenverantwortung. Bislang haben die Beamten im Bezirk bereits 7.515 Vortests gemacht. Dabei gab es 121 Anzeigen wegen einer Alkoholisierung von über 0,8 Promille sowie weitere 62 Lenker, die zwischen 0,5 und 0,79 Promille hatten. Dazu kommen noch 16 Drogendelikte am Steuer.

„Die Kontrollen sind unsere präventive Antwort auf die Thematik. Hier geht es uns nicht um Strafen, sondern darum Unfälle und Tragödien zu vermeiden“, erklärt der Polizeichef, der bei den Kontrollen feststellt, dass sich die Alkoholdelikte nicht nur auf das Wochenende beschränken. Bei Kontrollen an einem Mittwoch oder Donnerstag gäbe es sogar teilweise mehr Treffer.

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