Musik im Online-Modus. Viele Musiklehrer im Bezirk Scheibbs bieten ihren Schülern eine Alternative zur regulären Musikstunde. Mit WhatsApp, Zoom oder Skype ist der Unterricht auch in Coronazeiten möglich.

Von Anna Faltner, Karin Katona und Claudia Christ. Erstellt am 02. April 2020 (03:45)

Genauso wie die Schulen sind seit 16. März auch alle Musikschulen geschlossen. Damit der Musikunterricht aber nicht gänzlich ausfallen muss, nutzen viele Lehrer die sozialen Medien und bieten ihren Schülern Fernunterricht an. Ob via Skype, Zoom, Whats- App oder Email – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Genau so wie viele andere Musikschulen haben derzeit auch die 27 Lehrer und rund 670 Schüler der Musikschule Wieselburg auf digitalen Unterricht umgestellt. „Das ersetzt nicht den vollwertigen Unterricht, aber die Schüler bleiben bei der Stange und haben eine schöne Beschäftigung im aktuell eher tristen Alltag“, meint Direktor Johannes Distelberger. Die Lehrer versorgen ihre Schüler mit Lerninhalten, nehmen Stücke auf, welche die Schüler nachspielen, aufnehmen und zurückschicken.

„Je nachdem wie fit die Lehrer auf den sozialen Kanälen sind, passiert das via Mail, WhatsApp oder Zoom.“ Viele Lehrer halten sich an den Stundenplan und halten ihren Musikunterricht sogar live ab. – wie Querflötenlehrerin Monika Wippl. Die Wieselburgerin unterrichtet seit der vergangenen Woche 25 Schüler via Zoom-Call – also Videotelefonie. „Natürlich ist der normale Unterricht so nicht zu ersetzen, aber der persönliche Kontakt ist wichtig. Man kann Fragen klären, die Schüler zum Üben motivieren und es ist eine Möglichkeit, für diesen ungewissen Zeitraum am Ball zu bleiben.“

„Meine Schüler sollen das Gefühl haben, dass ich auch jetzt für sie da bin.“Monika Wippl, Lehrerin für Querflöte, Musikschule Wieselburg

Schwierig ist es vor allem, die Klangqualität und die Lautstärke online richtig einzuschätzen. „Der Fortschritt ist eher Nebensache. Vielmehr geht es darum, etwas zu tun, dass einem guttut. Meine Schüler sollen das Gefühl haben, dass ich auch jetzt für sie da bin“, betont Wippl. Ihrem Stundenplan bleibt sie treu. „Es ist eine besondere Situation, die mit Ängsten verbunden ist. Das Musizieren bietet eine Abwechslung, weil man sich konzentrieren muss und alles andere ausschalten kann.“

Trompetenunterricht mal anders – auch Andreas Zellhofer hat seine Lehrstunden auf online umgestellt. „Es ist eine Notlösung, denn Klang und Intonation sind über WhatsApp oder Skype schwer zu bewerten“, sagt der Musikschullehrer des Verbandes Scheibbs und Purgstall. Zehn seiner 40 Schüler sind mit dabei: „Einige müssen erst die technischen Voraussetzungen schaffen, bei anderen wird es leider nicht möglich sein.“ Dennoch zeige die Krise auch Gutes: Die Schüler lernen, sich selbst zu organisieren. Außerdem üben sie sehr fleißig zu Hause, und das ganz ohne Druck.

Auch alle Lehrer des Musikschulverbands Erlauftal erteilen Fernunterricht. Andreas Jordan, der in den Musikschulverbänden Erlauftal und Scheibbs 44 Schüler auf den Instrumenten Horn, Tenorhorn und Klavier unterrichtet, hat sich dafür sogar neues Equipment zugelegt. „Ich sende den Schülern per E-Mail Notenmaterial und Hörbeispiele, die ich in meinem Studio aufnehme, die Schüler schicken mir Videos, die ich dann kommentiere.“ In die Proben zum Hornensemble-Konzert, das am 19. April stattfinden sollte und auf unbestimmte Zeit verschoben ist, hat der Musiklehrer viel Arbeit investiert: „Ich habe alle Stücke eingespielt und an die Schüler versandt, damit jeder seine Stimme üben kann.“