ÖVP-Bezirksparteiobmann Erber: „Wir brauchen Mut“

Der mit 99 Prozent wiedergewählte ÖVP-Bezirksparteiobmann Anton Erber über die kommenden Herausforderungen.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 03:03
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Betonen den Zusammenhalt: Pernkopf, Mikl-Leitner und Erber.
Foto: Eplinger

NÖN: Lauter Wahlergebnisse jenseits der 98 Prozent beim Bezirksparteitag. Ist die ÖVP im Bezirk wirklich so eine geschlossene Einheit?

Anton Erber: Ja. Im Bezirk steht die positive Arbeit für den Bezirk eindeutig im Vordergrund – und das zum Glück nicht nur in der ÖVP, sondern quer durch alle Parteien. Wir wollen gemeinsam den Bezirk Scheibbs weiterentwickeln.

Wenn Sie an die vergangene Periode zurückblicken. Welche Highlights fallen Ihnen ein? Wo konnten Sie als Bezirksparteiobmann und Abgeordneter entscheidend mitwirken?

Erber: Die Schule für Sozialberufe in Gaming, die Schwerpunkt-Bildung rund um die Orthopädie im Klinikum Scheibbs sowie die Fertigstellung der Umfahrung Wieselburg.

Welchen Baustellen im Bezirk gilt Ihr Hauptaugenmerk in den nächsten Jahren?

Erber: Ich sehe keine Baustellen, aber Notwendigkeiten die anzugehen sind. So etwa die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet. Die Digitalisierung ist gerade auch für den ländlichen Raum ein wichtiger Pfeiler. Wir brauchen schnelles Internet sowohl in den landwirtschaftlichen Betrieben als auch für Homeoffice oder Firmen. Und das nicht nur in den dicht besiedelten Zentren, sondern flächendeckend. Dazu müssen wir selbst aktiv werden. Es braucht Initiativen und Mut vor Ort. Das Musterbeispiel für mich ist die Gemeinde Randegg. Nur so kann es funktionieren.

Heiß diskutierte Themen sind die Bereiche medizinische Versorgung und Pflege. Wie kann man in diesen Punkten die Situation verbessern?

Erber: Das geht leider nicht von heute auf morgen, auch wenn wir mehr Ausbildungsplätze bekommen. Akut muss man Lösungen andenken, wie jene in Scheibbs, wo man die Fühler nach einem ukrainischen Arzt ausgestreckt hat. Auch in der Pflege wird es ohne Kräfte aus dem Ausland nicht gehen, selbst wenn es endlich zur Teilbarkeit der 24-Stunden-Betreuung kommt. Nur da dreht sich die Diskussion seit Jahren leider im Kreis.

Das Thema Ausländerbeschäftigung ist aber auch in der ÖVP intern ein heikles – selbst bei der Gesundheit und Pflege.

Erber: Ja, aber ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland wird es gerade hier nicht funktionieren. Da bedarf es durchaus auch einen internen Diskussionsprozess. Wobei wir gerade in der Pflege auch nicht auf die jetzt schon tätigen Kräfte vergessen darf. Die gilt es, bestmöglich zu unterstützen.