Prozess nach Hass-Attacken auf Homosexuellen

Iraker (20) packte einen Burschen am Hals, stieß ihn aus dem Zug und ließ Fäuste sprechen: Bewährungsstrafe.

Erstellt am 19. Dezember 2019 | 04:12
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

„Er hat gesagt, dass er es nicht akzeptiert, dass ich homosexuell bin. Ich habe Angst vor ihm“, erzählt ein Bursche aus dem Bezirk über einen Iraker (20) vor Gericht. Zwei Mal soll dieser ihn attackiert haben. Wegen gefährlicher Drohung und versuchter Körperverletzung sitzt der Iraker nun in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten vor dem Strafrichter.

Mit seinem Freund war der Erlauftaler im Zug unterwegs, der Iraker saß neben den beiden Burschen. „Ich kannte ihn nicht. Plötzlich hat er mich am Hals gepackt. Dann hat er wieder von mir abgelassen“, berichtet das Opfer im Prozess. Und sagt: „Als ich dann aus dem Zug aussteigen wollte, hat er mich rausgestoßen, ich bin hingefallen.“

Drei Monate später trafen sich Opfer und Angeklagter wieder. „Mit seinen Freunden hat er mich eingekreist, gesagt: ,Du wirst schon noch sehen, was passieren wird!‘ Beim nächsten Aufeinandertreffen soll der Iraker ihm Faustschläge in den Bauch verpasst haben. Schmerzensgeld will das Opfer keines. „Ich möchte nur meine Ruhe haben“, sagt der Bursche.

Geständig ist der Angeklagte nicht. Zeugen belasten ihn. Strenge fordert die Staatsanwältin. „Erschwerend ist das niederträchtige Motiv“, meint sie. Weil der 20-Jährige bislang unbescholten ist, kommt er mit vier Monaten auf Bewährung davon (nicht rechtskräftig). „Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass das Opfer die Wahrheit gesagt hat“, begründet der Richter den Schuldspruch.