Radsaison dauert nun ganzes Jahr. Corona-Krise hat Radbranche immense Nachfrage beschert. Händler müssen immer mehr Kunden auf Herbst vertrösten.

Von Karin Katona und Anna Faltner. Erstellt am 07. April 2021 (05:37)
Helmut, Laura, Elisa, Bettina und Lukas Brunnbauer aus Texing beim Radeln in Purgstall.  
Karin Katona

Frischen Luft zu bewegen, steigt mit den Temperaturen. Genauso steigt auch die Lust zum Radfahren immer mehr. Sogar die Corona-Krise hat viele Leute erstmals auf dieses Hobby gebracht. Und für gewöhnlich startet die Fahrradsaison genau jetzt.

Von einer richtigen „Saison“ kann Matthias Leichtfried, Geschäftsführer von Radsport Weichberger, gar nicht mehr sprechen. Denn in all den Filialen ist eindeutig ein Boom zu spüren – und das mittlerweile ganzjährig. „Früher hat man die Räder rund um Ostern gekauft. Ab dem Zeitpunkt, wo im letzten Jahr der Lockdown vorbei war, geht der Radverkauf durch. Nicht einmal im Winter gab es eine Pause. Die Nachfrage ist sehr stark und die Saisonalität aufgehoben“, erzählt Leichtfried.

Das verursacht sogar Engpässe bei bestimmten Modellen. Man merke schon jetzt, dass es in der Radindustrie allgemein Lieferprobleme gibt. „Wir bekommen im Herbst schon immer die Ware fürs nächste Jahr. Zum Glück waren wir sehr gut bestückt. Aber gewisse Modelle waren jetzt schon Ende März ausverkauft. Und die kommen dann erst im Herbst wieder“, berichtet er. Das sei sehr untypisch, denn für gewöhnlich beginnt der Verkauf erst jetzt.

Also wurde jetzt schon vorgesorgt. Bei Radsport Weichberger hat man mehr Ware bestellt, diese eingelagert und schon früher zusammengebaut. „Wir hoffen jetzt schon noch auf ein tolles Geschäft im Frühjahr und Sommer. Aber wir machen uns auch schon Gedanken über die Bestellideen für Fahrräder im nächsten Jahr“, sagt Leichtfried. Denn brauchen werde man die Räder mit Sicherheit.

E-Bikes: Die Zielgruppe wird immer jünger

Was sich weiter fortsetzt, ist der Griff zum E-Bike. Diesen Trend könnte die Corona-Krise sogar noch einmal mehr gestärkt haben, da Radfahren ja auch im Lockdown erlaubt ist. Und da hat sich auch die Altersklasse mittlerweile verändert. Bisher war vermehrt die ältere Generation die Zielgruppe.

„Seit dem letzten Jahr merkt man, dass immer mehr junge Leute auf das Thema E-Bike aufmerksam werden. Da werden vor allem E-Mountainbikes gekauft“, schildert der Fachmann. Dass immer mehr Radwege und Bike-Parks entstehen, sorge da für eine zusätzliche Steigerungsrate. Dadurch werden mittlerweile schon genauso viele E-Bikes wie normale Fahrräder verkauft.

„Man kommt weiter und höher, kann Radtouren machen, die man sich sonst vielleicht nicht mehr zutraut. Trotzdem steht die Bewegung am Rad im Vordergrund. Die Leute fahren schon alle selber gerne“, betont Leichtfried. Denn auch das Rennrad erfährt gerade eine Renaissance. Ein Zusammenhang mit der Corona-Krise, in der die Leute mehr Zeit für den Sport zuhause und in der Natur haben, ist auch hier denkbar.

Wer nicht mehr auf der Suche nach dem perfekten Fahrrad ist, sondern sein Gefährt einfach nur frühlingsfit machen will, kann das beim Service, aber auch zuhause tun. „Ein kleiner Service in der Werkstatt schadet sicher nicht, aber momentan sind auch die Radwerkstätten sehr gut ausgelastet“, weiß Weichberger. Und so lautet sein Radlertipp für zuhause: Luftdruck überprüfen, die Spannung der Kette überprüfen und checken, ob die Bremsen in Ordnung sind. „Wenn Bremsen, Kette und Luft passen, dann kann man fahren.“

Die Radwege sind teils noch im „Winterschlaf“

Wer die frühlingshaften Tage dafür nutzen will, den Ybbstalradweg zu erkunden, muss sich noch ein wenig in Geduld üben: Die 107 Kilometer lange Route zwischen Ybbs an der Donau bis Lunz am See befindet sich aktuell noch – zum Teil – im Winterschlaf.

Die Strecke zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz bleibt bis voraussichtlich Donnerstag, 15. April, gesperrt, nur Streckenabschnitte mit gemeinsamem Straßenverkehr sind befahrbar. Auf dem insgesamt 500 Kilometern beschilderter Radrouten und -Runden von alpenvorlandRADELN herrscht bereits reger Betrieb. Ende April erscheint, so Initiator Wolfgang Zimprich, die neue Radkarte. Darin sind auch die drei Mountainbike-Strecken eingezeichnet. „Mehr werden folgen“, verspricht Zimprich.

Umfrage beendet

  • Seid ihr mit dem Radwege-Netz in eurer Region zufrieden?


Umfrage beendet

  • Werden Ihr heuer verstärkt auf das Rad umsatteln?