„Reparaturbonus NÖ“: Reparieren lassen und Geld sparen. „Reparaturbonus NÖ“ Unterstützung von bis zu 100 Euro für Haushaltsgeräte-Reparatur.

Von Karin Katona. Erstellt am 15. Oktober 2019 (03:48)
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Thomas Buschenreithner, Chef von „Potz Blitz“ in Wieselburg erhofft sich von der Aktion eine Trendwende in Richtung Nachhaltigkeit bei Elektrogeräten.
Karin Katona

Reparieren statt wegwerfen – ein Thema, passend in einer Zeit, in der viel von Nachhaltigkeit gelegt wird. Das Land NÖ hat dazu die Aktion „Reparaturbonus NÖ“ ins Leben gerufen, die Haushalte mit 50 Prozent der Kosten bis maximal 100 Euro bei der Reparatur von Elektrogeräten unterstützt.

Ein Betrieb, der an der Aktion teilnimmt, ist Elektrotechnik Leichtfried in Göstling. Markus Leichtfried, der sich vor einem Jahr auf seinem Gebiet selbstständig gemacht hat, bringt eine Berufserfahrung von 15 Jahren mit. Er hält die Aktion Reparaturbonus für einen wichtigen Anreiz: „Man kann schon erkennen, dass das Bewusstsein der Kunden steigt, aus der Wegwerfgesellschaft auszusteigen. Manchmal fehlt einem Gerät gar nicht viel. Aber man lässt es aus Angst vor hohen Kosten gar nicht anschauen und kauft lieber gleich etwas Neues.“

Um die Reparaturpreise für seine Kunden im Rahmen zu halten, kommt Markus Leichtfried ihnen durch eine „Anschau-Pauschale“ entgegen: „Wenn der Kunde das Gerät von mir reparieren lässt oder ein neues Gerät bestellt, wird die Pauschale wieder abgezogen.“ Der Elektrotechniker führt 90 Prozent der Reparaturen vor Ort durch: „So spare ich mir und den Kunden Anfahrtszeiten.“

Neben den „nachhaltigen“ Kunden, die ihre Geräte reparieren lassen, gebe es auch die klassischen „Neukäufer“: „Das sind Leute, die ihre Geräte im Internet kaufen, und sich dort besondere Schnäppchen erhoffen. Doch wie überall gilt: Wer billig kauft, kauft teuer. Nicht immer ist das vermeintliche Schnäppchen aus dem Internet tatsächlich günstiger als im Fachhandel.“

„Je teurer das Gerät, desto eher tendiert der Kunde dazu, es reparieren zu lassen“, lautet die Erfahrung von Thomas Buschenreithner, Chef der Firma „Potz Blitz“ in Wieselburg. Von der Aktion „Reparaturbonus NÖ“ erhofft auch er sich eine Trendwende Richtung Nachhaltigkeit bei Elektrogeräten.

„Wer im Internet Billig-Geräte kauft, lässt die Sachen gar nicht erst anschauen, wenn sie kaputt sind, sondern kauft lieber gleich wieder etwas Neues“, weiß der Elektrotechniker.

„Diese Einstellung war früher anders, und es wäre schön, wenn wir wieder den Weg raus aus der Wegwerfgesellschaft finden würden.“ Angesichts der 13.000 Tonnen von Elektroaltgeräten, die in Niederösterreich jährlich entsorgt werden müssen, sei die Reparatur von defekten Geräten schon aus rein ökologischen Gründen wichtig, findet Buschenreithner: „Das trägt zur Abfallvermeidung bei – und sichert Arbeitsplätze.“

Einer, der seinen Ein-Mann-Betrieb als selbstständiger Elektro-Servicetechniker leider wieder aufgeben musste, ist „Service-Mann“ Werner Uhlics aus Wieselburg. In seine Geschäftsidee habe er sein ganzes Know-How, Engagement und Herzblut gesteckt. Rentabel sei die Spezialisierung auf Servicetechnik jedoch nicht gewesen: „Die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht, auch, wenn es unzählige Stunden kniffliger Arbeit sind, die man nicht verrechnen kann, weil das für den Kunden viel zu teuer käme. Und nach der Arbeit bin ich oft bis spät nachts noch auf der Suche nach Ersatzteilen vor dem Computer gesessen.“ Irgendwann sei er am Limit gewesen.

„Von der Idee bin ich aber immer noch überzeugt“, sagt Uhlics. Den Bonus gibt es nur bei der Reparatur durch einen auf www.reparaturfuehrer.at/noe gelisteten Betrieb.

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