Stärkstes Aufgebot von der FPÖ. Nur ÖVP tritt flächendeckend an. FPÖ schickt in 15 der 18 Gemeinden Kandidaten ins Rennen.

Von Claudia Christ, Anna Faltner und Christian Eplinger. Erstellt am 24. Dezember 2019 (04:52)

In vier Wochen werden in allen 18 Gemeinden des Scheibbser Bezirks die Gemeindeparlamente neu gewählt. Bis vergangenen Mittwoch, 12 Uhr, konnten Wahlvorschläge bei den Gemeindewahlbehörden eingebracht werden.

Wie schon 2015 schaffte es nur die ÖVP, in allen 18 Gemeinden Kandidaten zu stellen. In aktuell 14 dieser 18 Gemeinden hält sie auch den Bürgermeister. Und zumindest das soll auch nach dem 26. Jänner so bleiben, hofft ÖVP-Bezirksparteiobmann Anton Erber. „Unser Ziel ist es, weiter mit dieser Verantwortung ausgestattet zu sein und in allen Gemeinden, wo wir aktuell den Bürgermeister stellen, dieses Vertrauen der Bevölkerung auch in Zukunft weiter genießen zu dürfen. Unsere Leute haben in den letzten fünf Jahren gute Arbeit geleistet. Jetzt liegt es an der Bevölkerung, diese Arbeit zu bewerten“, sagt Erber, lässt sich aber auf keine Spekulationen ein, wo die ÖVP eventuell eine der vier aktuell roten Gemeinden umdrehen könnte.

Apropos rot: Die SPÖ tritt genau wie 2015 in 17 der 18 Bezirksgemeinden an. Nur in Steinakirchen stellt man keine eigene Liste. Dort ist vor fünf Jahren aus der SPÖ-Liste ja die „Liste Unabhängiges Soziales Steinakirchen“ (LUST) geworden. Mit Josef Ginner hat man auch ein aktuelles SPÖ-Parteimitglied auf der Liste.

In Gaming und Gresten rütteln die Türkisen

Noch nicht in die Karten schauen lassen will sich übrigens die ÖVP Steinakirchen. „Wir präsentieren erst nach dem Dreikönigstag unser Team und unseren Wahlmodus“, sagt VP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker. Damit ist zumindest intern für Spannung gesorgt, weil es vor einigen Monaten neben dem amtierenden Ortschef Wolfgang Pöhacker mit Johann Watschka noch einen zweiten Bürgermeisterkandidaten gab.

Besonders spannend könnte die Wahl in Gaming werden, denn hier muss sich SP-Bürgermeisterin Renate Gruber einigen Gegenwind von der ÖVP und FPÖ gefallen lassen. Die Mehrheit der SPÖ ist in Gaming nur mit einem Mandat abgesichert und das, obwohl ÖVP und FPÖ 2015 insgesamt sogar um eine Stimme mehr erzielt hatten als die regierende SPÖ, die vor fünf Jahren gleich vier Mandate verlor. Auch in Gresten rütteln die Türkisen an der SPÖ-Absoluten von Bürgermeister Harald Gnadenberger, der erstmals als Spitzenkandidat in die Wahl geht.

148 Stimmen machten 2015 den Unterschied. Allerdings im Jänner stellt auch die FPÖ in Gresten wieder einen Kandidaten. Wer für die ÖVP in der Marktgemeinde ins Rennen geht, wollte man noch nicht verraten. Anwärter gebe es vermutlich einige: Momentan lässt alles auf Parteiobmann Markus Weinmesser vermuten. Dafür steht das große Ziel der Volkspartei Gresten schon länger fest: Die Zusammenlegung der beiden Grestner Gemeinden.

Bezirksobmann großer Herausforderer in Lunz

Die genau umgekehrten Vorzeichen wie in Gaming und Gresten gibt es in der Gemeinde Lunz. Für den Lunzer Bürgermeister Josef Schachner ist es der erste Bürgermeisterwahlkampf. Denn er hat das Amt im Sommer von seinem Vorgänger Martin Ploderer übernommen und geht nur mit einem Mandat Vorsprung (91 Stimmen) ins Rennen.

Umso mehr steigt bei der ÖVP, die Nervosität. Denn sollte der designierte neue SP-Bezirksparteiobmann Andreas Danner mit der SPÖ ein Farbwechsel gelingen, dann würden nach knapp zwei Ploderer-Jahrzehnten die Sozialdemokraten im Dorf wieder das Sagen haben. Zudem versuchen die Blauen mit Wolfgang Fuchs an der Spitze (wieder einmal) den Einzug in den Gemeinderat.

Apropos Blau: Lunz ist eine von sechs Bezirksgemeinden, in denen die FPÖ heuer eine Neukandidatur gelungen ist. „Damit werden wir in insgesamt 15 der 18 Gemeinden antreten. Das ist ein deutliches Zeichen von Stärke und Aufschwung. Daran haben zum Glück auch die bundesparteipolitischen Turbulenzen nichts geändert“, sagt FP-Bezirksparteiobmann Reinhard Teufel.

Neben ÖVP, SPÖ und FPÖ gibt es nur mehr in drei Gemeinden des Bezirks weitere Wahlvorschläge: In Purgstall sind das die Grünen, in Scheibbs die „BürgerInnenliste Umwelt und Gemeinwohl Scheibbs“ und in Steinakirchen wie schon erwähnt die LUST.

Einen Überblick über die Spitzenkandidaten aller Parteien findet ihr in der Printausgabe und im ePaper.

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