Tabu für Ölbrenner im Neubau

Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Installateure und Heizöllieferanten sehen das gelassen.

Christian Eplinger
Christian Eplinger Erstellt am 08. Januar 2019 | 04:30
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Heizen Symbolbild
Foto: shutterstock.com/Kishivan

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Im Bezirk Scheibbs sind es sogar noch 24 Prozent (3.936 Haushalte). Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es aktuell noch den „Raus aus dem Öl-Bonus“ der Bundesregierung. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt. Allerdings ist diese Förderung vorerst bis 28. Februar 2019 beschränkt.

„Desto billiger die Heizung, desto teurer der Brennstoff!“Niklas Bruckner

Für Niklas Bruckner, Geschäftsführer der Haustechnik Bruckner in Purgstall, spielt die Förderung beim Kesseltausch aber ohnehin kaum eine Rolle mehr. „Der Kunde und seine Bereitschaft, sein Haus mit einer umweltfreundlichen Heizung auszustatten, sind hier entscheidend. Es spielt eine Rolle, ob jemand seinen Kindern eine zukunftsfähige und ökologische Heizung vererben will“, sagt Bruckner und betont, dass hier vor allem auch die Betrachtung der gesamten Kosten inklusive Brennstoff und Wartungskosten wichtig sei.

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Über Jahrzehnte gesehen sei eine Pellets- oder Wärmepumpenheizung, die in der Anschaffung sicher höher liegen, wirtschaftlicher als eine Ölheizung. Denn ein Gesetz würden viele Kunden übersehen: „Desto billiger die Heizung, desto teurer der Brennstoff!“, weiß Bruckner.

Einen etwas anderen Zugang bezüglich Förderungen hat Martin Ganzberger, Geschäftsführer von F&G Haustechnik in Purgstall. Er hält diese schon für ein wichtiges Element beim Heizkesseltausch. Insgesamt gesehen kommt eine Umstellung auf ein alternatives, umweltfreundliches Heizsystem samt Umrüstung der bestehenden Heizanlage doch um einiges teuerer als ein bloßer Kesseltausch bei einer Ölheizung. Und gerade bei Sanierungen sei dies immer noch ein großes Thema.

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Aber nur über diesen Tausch des Heizsystemes auch bei Sanierungen wird der Wandel langfristig funktionieren. Darüber sind sich alle Experten einig. Denn Ölheizungen seien in den letzten zehn Jahren in Neubauten nicht mehr eingebaut worden, wie sowohl Martin Ganzberger als auch Niklas Bruckner bestätigen. Wärmepumpen – sowohl mit Luft- als auch Erdwärmesystemen – und Pelletsheizungen seien bei Neubauten die gängigsten Heizungssysteme.

Umweltfreundliche Alternative ist immer mehr auch der Anschluss an eine Fernwärmegenossenschaft – sowohl für Private als auch für Wohnbauträger. Das bestätigt auch Franz Aigner, stellvertretender Obmann der Scheibbser Fernwärmegenossenschaft, die mittlerweile vier Heizwerke in Scheibbs betreibt und 15.000 Schüttraummeter Hackgut pro Jahr verarbeitet. „Natürlich ist das in erster Linie eine Einstellungssache. Aber alleine durch die letzte Umstellung bei der Wohnbauförderung haben wir gemerkt, wie sehr die Nachfrage steigt. Vor allem Wohnbauträger setzen immer mehr auf Genossenschaften wie die unsere, da wir im Unterschied etwa zur Versorgung mit Erdgas, die ganze Wärmeverrechnung übernehmen“, weiß Aigner.

Heizöl ist ein stabiler Geschäftsbereich

Relativ gelassen sehen das Verbot die Heizöllieferanten der Region. „Das Heizöl ist für uns nach wie vor ein sehr wichtiger Geschäftsbereich und über die Jahre hinweg auch ein sehr konstanter. Denn wer jetzt mit Öl heizt, bleibt meist dabei, solange der Ölpreis unter einem Euro pro Liter bleibt“, ist etwa Walter Kern, Bereichsleiter Heizöl/Energie beim Lagerhaus Mostviertel-Mitte überzeugt. Aktuell liegt der Heizölpreis im Jahresschnitt bei rund 70 Euro pro 100 Liter.

Ähnlich sieht es auch Claudia Bogenreiter von der Firma Essmeister in Kemmelbach. Sie macht sich aktuell keine Sorgen um irgendwelche Einbußen beim Heizöl: „Ich denke nicht, dass wir dieses Verbot stark spüren werden. Solange der Ölpreis niedrig bleibt, werden die Leute damit heizen.“

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