Tage der offenen Ateliers: Fingerfertigkeit gefragt. Kunsthandwerkerinnen Franziska Karner und Monika Pambalk aus dem Bezirk Scheibbs gaben Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen.

Von Claudia Christ. Erstellt am 21. Oktober 2020 (03:50)

Am Wochenende luden zahlreiche Künstler im gesamten Land zu den Tagen der offenen Ateliers. Die NÖN stattete einigen einen Besuch ab und nahm zwei Künstlerinnen, die heuer das erste Mal ihr Atelier öffneten, genauer unter die Lupe.

Viel Herzblut investiert Franziska Karner aus Scheibbs in ihre große Leidenschaft, die Klosterarbeit. Vergangenes Wochenende gab sie Interessierten Einblick in ihre Tätigkeit. Die 56-Jährige ist bekannt für ihre Meisterwerke, die sie auf Advent-, Oster- und Kunsthandwerksmärkten ausstellt und zum Kauf anbietet. Zum ersten Mal ließ sie sich bei den „Tagen der offenen Ateliers“ genau auf die Finger schauen.

Die Leidenschaft zur Klosterarbeit hat sie vor 20 Jahren im Zuge eines Kurses entdeckt. Seitdem ist diese Arbeit für die Feinkostverkäuferin der Ausgleich Nummer eins. „Ich finde es sehr entspannend, ja sogar fast meditativ. Man kann fast alles rundherum vergessen“, verrät sie. In ihrem Werkraum entstehen aus edlen Stoffen, Steinen, Perlen, Bouillon- und Golddrähten viele kleine Kunstwerke. Dazu zählen beispielsweise Schmuck, Andachtsbilder, Christbaum- und Weihnachtsschmuck mit Engeln, verzierte Ostereier oder Krippen. Genauigkeit und Fingerfertigkeit, aber auch Geduld sind bei dieser Arbeit besonders wichtig.

Dieses Kunsthandwerk ist nicht nur kostspielig, sondern auch sehr zeitintensiv. Bis zu 40 Stunden braucht die gebürtige St. Antonerin für ein Andachtsbild. Mit besonderer Hingabe wickelt und formt sie stundenlang verschiedeneste Blüten und Blätter, um sie anschließend in den Bilderrahmen zu platzieren. „Es ist schon sehr aufwendig, aber es entsteht immer etwas Schönes und das macht es aus. Die Klosterarbeit fasziniert mich und macht mir extrem viel Spaß“, erzählt sie. Ab Herbst verbringt sie viele Stunden in ihrer kleinen Werkstatt. Im Sommer ruht die Arbeit, denn da widmet sie sich dem Garten.

Wer dieses Handwerk erlernen möchte, kann dies bei Franziska Karner auch tun. Die Scheibbserin bietet auch mehrtägige Kurse an. „Ich mache das zur Erhaltung des Kunsthandwerkes. In unserer Region gibt es nicht viele, die das noch können. Ich bin so begeistert von diesem vielseitigen Handwerk,  dass ich es auch weitergeben möchte“, betont sie.

Lauter Unikate in Lunz – Inspiration aus Afrika

Kunsthandwerkerin Monika Pambalk in Lunz öffnete heuer zum ersten Mal ihre Türen für Besucher. Sie fertig Schmuckunikate an. Ihre Inspiration dafür holt sie sich aus Afrika, wo sie bis zum Vorjahr über 15 Jahre lang in Nigeria lebte.

„Meine Materialien sind recycled Glasbeads. Dazu werden bunte Glasflaschen pulverisiert. Jede Bead wird zuerst mit Bienenwachs vorgeformt, dann in Lehm eingepackt und im Ofen gebrannt“, erklärt sie. Das Material besorgt sich die Künstlerin selbst von den Märkten in Westafrika. „Man bekommt die Beads dort in den unterschiedlichsten Formen und Farben, oftmals sind sie einzeln von Hand bemalt.“