Tanner und Teufel unter den Spitzenverdienern. Laut Transparenzgesetz müssen Mandatare Nebeneinkünfte offen legen. In der Vorwoche wurde jüngste Liste veröffentlicht.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. Juni 2018 (05:01)
ÖVP, BMI/ Alexander Tuma, ÖVP
von links nach rechts: Klaudia Tanner, ÖVP: „Diese Tätigkeiten bringen auch viele Entbehrungen mit sich – vor allen für die Familie.“ Reinhard Teufel, FPÖ, verteidigt die Mehrfachbezüge: „Die FPÖ will keine Berufspolitiker.“Anton Erber, ÖVP, ist der einzige Berufspolitiker im Bezirk: „Ich kann mich voll auf meine politischen Tätigkeiten konzentrieren.“

7.004,30 Euro erhält ein Landtagsabgeordneter pro Monat – brutto wohlgemerkt. Davon bleiben nach Abzug von Lohnsteuer, Sozialversicherung, Parteisteuern und Repräsentationsausgaben nicht einmal ganz die Hälfte über.

51 Landtagsabgeordnete mit Nebeneinkünften

51 der insgesamt 56 NÖ Landtagsabgeordneten haben Nebeneinkünfte. Die jüngste laut Transparenzgesetz verpflichtend vorzulegende Liste wurde in der Vorwoche veröffentlicht. Aus Bezirkssicht interessant: Die beiden Neueinsteiger Klaudia Tanner (ÖVP) und Reinhard Teufel (FPÖ) gehören zu den acht Spitzenverdienern im Landtag. Ihre Nebeneinkünfte liegen zwischen 7.000 und 10.000 Euro.

Bei Tanner stammen diese aus ihren Tätigkeiten als Geschäftsführerin beim Agrarverlag und dem Gehalt als Direktorin des NÖ Bauernbunds. „Diese Tätigkeiten bringen auch viele Entbehrungen mit sich. Man braucht ein diszipliniertes Zeitmanagement, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“, betont Tanner.

Bei FPÖ-Bezirksobmann Reinhard Teufel ist es sein Gehalt als Kabinettschef im Innenministerium und seine Gemeinderatsentschädigung in Gaming. „Die FPÖ ist immer für Abgeordnete eingetreten, die sich auch im Berufsleben bewährt haben. Wenn man keine parteiabhängigen Berufspolitiker will, dann müssen diese auch hauptberuflich eine andere Tätigkeit ausüben“, erläutert Teufel.

Anders die Situation bei Berufspolitiker Anton Erber (ÖVP). Sein Nebeneinkommen beläuft sich auf bis zu 1.000 Euro pro Monat. Er kann sich einen weiteren Job nur schwer vorstellen: „Dank der Veranlagung aus meiner Zeit als Unternehmer kann ich mich ausschließlich auf meine Tätigkeit als Abgeordneter konzentrieren. Wenn man Experte in einem Bereich sein will, muss man sich mit der Thematik intensiv beschäftigen“, unterstreicht Erber.