Teufel-Kritik (FPÖ) sorgt bei NÖM für Kopfschütteln. Kritik von FPÖ-Mandatar Reinhard Teufel an NÖM. Diese reagiert mit Kopfschütteln.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. Oktober 2018 (05:00)
FPÖ-Mandatar Reinhard Teufel (links) kritisiert die NÖM. MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer (oben) lässt das kalt: „Der Markt verlangt diesen Schritt. Wir agieren bereits jetzt, damit wir Herr über unser Handeln bleiben.“
FPÖ/Eplinger

Mit harscher Kritik an der MGN Milchgenossenschaft Niederösterreich (NÖM) ließ der Lackenhofer FPÖ-Landtagsabgeordnete Reinhard Teufel in der Vorwoche aufhorchen. „Die heimische Molkerei fördert das Bauernsterben“, kritisierte Teufel, dass die NÖM ab 1. Jänner 2020 keine Milch mehr von Bauern mit reiner Anbindehaltung abholen werde.

„Die geltende Rechtslage erlaubt in der Landwirtschaft ausdrücklich diese Anbindehaltung. Mit der Weigerung, Milch von diesen Betrieben zu verwerten, treibt die NÖM 1.200 Betriebe, die sich die Umstellung auf Laufstallhaltung einfach nicht leisten könnten, in den Ruin“, behauptet Teufel.

„Auch wenn die Politik die Rahmenbedingungen freundlicher vorgibt, müssen wir uns nach dem Markt und den Konsumenten richten."MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer

Kritik, die bei MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer für Kopfschütteln sorgt. „Auch wenn die Politik die Rahmenbedingungen freundlicher vorgibt, müssen wir uns nach dem Markt und den Konsumenten richten. Diese verlangen diesen Schritt“, sagt Gruber-Doberer. So habe der Diskonter Hofer bereits jetzt angekündigt, ab 2022 nur mehr Milch aus Laufstallhaltung abzunehmen.

Gruber-Doberer: „90 Prozent erfüllen Voraussetzungen"

„Wir wollen dem Handel daher eine Antwort geben. Deshalb haben wir bereits jetzt in Informationsveranstaltungen unsere Lieferanten rechtzeitig aufgeklärt“, stellt Gruber-Doberer fest und will sich für die Beibehaltung der Kombihaltung einsetzen. Das bedeutet, Kühe müssen mindestens 120 Tage im Jahr von der Kette weg sein und über Auslauf im Stall, auf einer Weide oder Alm verfügen. „90 Prozent unserer Milchlieferanten erfüllen diese Voraussetzungen ohnehin. Wir können jetzt wegen zehn Prozent nicht riskieren, aus dem Markt gedrängt zu werden“, sagt Gruber-Doberer.

Im Scheibbser Bezirk liefern rund 80 Milchbauern aus den Gemeinden Oberndorf, St. Georgen/Leys und Purgstall an die NÖM. Ein Viertel davon hat laut Kammersekretär Hans Hell noch reine Anbindehaltung. „Wir hoffen, dass die meisten umstellen und bieten natürlich auch von der Kammer jegliche Unterstützung oder Beratung an“, versichert Hans Hell.