Trockenheit in Landwirtschaft: „Der April wird ausschlagebend“

Erstellt am 30. März 2022 | 03:30
Lesezeit: 3 Min
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Noch macht sich LK-Obmann Franz Rafetzeder bei der Begutachtung eines Ackers in Purgstall keine Sorgen: „Nur die oberste Schicht ist ausgetrocknet.“
Foto: Claudia Christ
Landwirtschaftskammer Scheibbs-Obmann Franz Rafetzeder über die derzeitige Trockenheit auf den Feldern, die Auswirkungen und Aussichten.
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Eine alte Bauernregel besagt: „Der nasse April verspricht der Früchte viel.“ Darauf vertraut auch der LK-Obmann Franz Rafetzeder, der sich mit der NÖN zum Lokalaugenschein auf ein Feld in Purgstall begab. Bei der Begutachtung des Bodens fand er dort auch die Bestätigung: „Natürlich hat der ausbleibende Regen und der stetige Wind in den vergangenen Wochen zu mehr Verdunstung und daher auch vermehrt zur Austrocknung des Bodens geführt, aber es betrifft zum Glück nur die oberflächlichste Grundschicht“, erklärt Rafetzeder. Der Bezirk Scheibbs ist im Gegensatz zu anderen Regionen also noch relativ gut davongekommen. Das liegt natürlich an der geografischen Lage, aber auch daran, „dass bei uns im Winter hin und wieder Regen gefallen ist.“

Sommerweizen, -gerste und -hafer sowie Ackerbohne und Körnererbse sind bereits ausgesät. Mais wird im April folgen, Soja Ende April. Dass die bisherige Trockenheit dem heurigen Ernteertrag schaden würde, glaubt Rafetzeder zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Bislang waren die nächtlichen Temperaturen immer sehr niedrig und oftmals unter null Grad. Das Wachstum der Pflanzen hat aufgrund der kühlen Temperaturen noch nicht richtig begonnen. „Nervös werde ich erst, wenn es im April nicht regnen sollte. Wenn in den nächsten Wochen genügend Niederschlag fällt, und die Langzeitprognosen deuten glücklicherweise darauf hin, dann kann die Natur das noch alles aufholen.“

Großflächige Bewässerung ist im Bezirk Scheibbs kein Thema. Diese wird nur bei Spezialkulturen wie zum Beispiel am Erdbeerfeld oder beim Gemüseanbau eingesetzt.

Trockenheit fördert Borkenkäferbefall

Mehr Sorgen bereitet die Trockenheit der Forstwirtschaft. Laub und Baumnadeln sind derzeit leicht entflammbar. Die Waldbrandgefahr im Bezirk Scheibbs ist aktuell hoch. Probleme schafft hier auch der Borkenkäfer, denn der wird bei einer Tagestemperatur von 15 bis 20 Grad so richtig munter und aktiv. „Deshalb ist es wichtig, die Reste von den Schläger- und Forstarbeiten so schnell wie möglich aus dem Wald zu schaffen, bevor der Borkenkäfer gesunde Bäume befällt“, weiß Rafetzeder.

In die Glaskugel geblickt zeigt sich in der Landwirtschaft bereits eine Tendenz: Wechselhafte Wetterphasen werden aufgrund des Klimawandels weniger, stabile Wetterlagen und Winde hingegen nehmen zu. „Zuletzt hatten wir so eine stabile Hochwetterlage, die aber laut Prognose bald enden wird und uns den für die Landwirtschaft so wichtigen Regen beschert“, meint Rafetzeder.

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