Erstellt am 24. Oktober 2017, 05:01

von Christian Eplinger

Überraschung: FJ-Direktor zieht in Nationalrat ein. Alois Rosenberger soll VP-Mandat über Bundesliste bekommen. Georg Strasser Vorzugsstimmenkaiser im Wahlkreis.

Alois Rosenberger aus Oed,Direktor des Francisco Josephinums, wird Nationalrat.  |  Eplinger

Georg Strasser  |  privat

Das Mostviertel wird in der kommenden Legislaturperiode voraussichtlich mit insgesamt sechs Mandataren im Nationalrat vertreten sein. Im Wahlkreis 3c Mostviertel (Bezirke Amstetten, Melk, Scheibbs und Statutarstadt Waidhofen) holten sich Georg Strasser, Andreas Hanger (beide ÖVP), Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) und Edith Mühlberghuber (FPÖ) die Direktmandate. Alle vier waren bereits in der vergangenen Periode im Nationalrat gewesen. Dazu kommt mit VP-Landeslistenspitzenkandidaten Wolfgang Sobotka ein weiterer Mostviertler in den Nationalrat, wenn nicht sogar wieder in die Regierung.

Ulrike Königsberger-Ludwig bekam in NÖ die meisten Vorzugsstimmen aller SP-Kandidaten.  |  Knapp

Das Mostviertler Sextett komplettiert einer, mit dem nur die wenigsten gerechnet haben dürften: Francisco Josephinum-Direktor Alois Rosenberger. Der 57-jährige, aus Oed-Öhling stammende Rosenberger wird nach letztem Stand vom Sonntag über die Bundesliste in den Nationalrat einziehen und voraussichtlich das 62. (und letzte) Mandat der „Liste Sebastian Kurz - die neue Volkspartei“ einnehmen.

„Ja, es schaut ganz danach aus, dass dem so ist. Zwar wird alles erst in den nächsten Tagen und nach Abwarten der Einspruchsfristen endgültig fix sein, aber ich muss wohl damit rechnen, dass ich künftig Nationalratsabgeordneter bin“, gibt sich Alois Rosenberger im NÖN-Gespräch noch zurückhaltend.

Andreas Hanger, ÖVP, kam im Wahlkreis auf 6.455 Stimmen und überholte Katrin Teufel (2.519).  |  Kössl

Rosenberger ist politisch kein Unerfahrener. Von 2000 bis 2010 war er in der Gemeinde Oed-Oehling (Bezirk Amstetten) geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat und Finanzreferent. Schon davor hatte er die Funktion des Ortsbauernratsobmannes inne. „Aus beruflich Gründen habe ich mich aber 2010 entschieden, meine politische Laufbahn zu beenden. Aber manchmal kommt es anders, als man denkt“, sagt Rosenberger.

Ein Wunschkandidat von Kurz und seinem Team

Schon seine Kandidatur auf dem 13. Listenplatz der Bundesliste kam für viele überraschend.

Wolfgang Sobotka, ÖVP, ist über die Landesliste im Nationalrat. Er erhielt dort 16.491 Vorzugsstimmen.  |  Marschik

„Es war ein Wunsch von Sebastian Kurz und seinem Team sowie von Personen aus Niederösterreich, die mich als Experten für Bildungsfragen so weit vorne auf der Bundesliste sehen wollten. Ich habe mir das sehr lange und gut überlegt, aber letztendlich war und ist es natürlich eine Ehre für mich und eine Auszeichnung für meine Arbeit am Francisco Josephinum. Mit wirklichen Chancen auf den Einzug in den Nationalrat habe ich aber eigentlich nicht gerechnet“, gesteht Rosenberger, der auf der Bundesliste 217 Vorzugsstimmen erhielt.

Dennoch sei das jetzt eine Herausforderung, die er gerne annehme. Auch wenn er dafür im Josephinum etwas kürzer treten müsse. „Natürlich fällt mir das nicht ganz leicht, aber ich habe sehr gute Abteilungsvorstände und mit Heinrich Prankl einen Experten für den Bereich Forschung, denen ich allen vollends vertraue. Ich werde noch mehr Aufgaben an sie abgeben müssen. Aber dank mobilem Office möchte ich nicht ganz weg von der Materie sein. Wie wir das genau regeln können, wird sich aber erst zeigen“, sagt Rosenberger, der sich auf alle Fälle zumindest teilweise als Direktor karenzieren lassen wird.

Das FPÖ-Direktmandat geht an Edith Mühlberghuber aus Haidershofen mit 2.072 Vorzugsstimmen.  |  FPÖ

Stimmenkaiser im Wahlkreis ist Georg Strasser mit 12.932 Stimmen, auch wenn er um 3.287 Stimmen weniger erhielt als 2013. Auch im Bezirk war Strasser mit 2.188 Vorzugsstimmen die Nummer eins, vor Kathrin Teufel mit 1.772 Stimmen.