Urlaub online buchen: „Der aus dem Internet ist da“. Zwei von drei Gästen reservieren im Internet. Aber nicht jedes Hotel ist auf booking.com und Co. zu finden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 04. Dezember 2018 (04:57)
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Die Betriebe am Hochkar sind allesamt bereits auf den Online-Plattformen zu buchen. „Ohne dem geht es nicht mehr“, weiß Johannes Putz, Geschäftsführer von JoSchi.
Hochkar Bergbahnen

51 Prozent der Deutschen buchen laut einer jüngsten Erhebung des Tourismusverbandes Ostbayern ihre Urlaube bereits online. Bei Kurzurlauben bis zu fünf Tagen sind es sogar 65 Prozent. In Österreich – und darüber sind sich die Touristiker einig – ist das Verhältnis praktisch ident. Die meisten Online-Buchungen gehen dabei über die großen Buchungsplattformen wie booking.com, hotels.com oder hrs.de, wobei booking.com der eindeutige „Platzhirsch“ ist. Vergleichsweise ein nur geringer Prozentsatz kommt – zumindest im ersten Schritt – über die eigene Webseite des Unterkunftgebers oder die des Tourismusverbandes zu einer Online-Buchung.

Und genau da liegt das Problem, denn viele vor allem kleinere Betriebe sind auf den großen Plattformen nicht zu finden. „Die häufigsten Gründe dafür sind, dass die Anbieter kein Vertrauen in die Online-Vertriebspartner, Probleme im Umgang mit der Datenpflege oder auch Angst vor dem unbekannten Gast haben. Diese Schwellenängste gilt es abzubauen“, weiß Andreas Purt, Geschäftsführer der Tourismus-Destination Mostviertel.

"Die echten Stammgäste werden immer weniger"

Denn ansonsten resultiert daraus die Gefahr, dass Betriebe, die nicht auf den Plattformen zu finden sind, immer mehr an Gästen verlieren. „Die echten Stammgäste werden immer weniger. Der Online-Bucher findet den Betrieb aber nicht. Das kann zu einer Teufelsspirale werden“, warnt Purt.

Die Destination Mostviertel sei daher durchaus als Vorreiter unterwegs im Aufbau eines umfangreichen Vertriebsnetzwerkes und Channel-Managements, um die Onlinebuchbarkeit stetig auszubauen und zu verbessern. „Zwei unserer Mitarbeiterinnen betreuen unsere Betriebe bei diesen Anliegen. Wir haben im Hintergrund die Buchungssoftware TOMAS laufen, die diese Channel-Managementfunktion übernimmt. Damit haben die Betriebe uns als direkten Ansprechpartner und wir übernehmen die Vermittlerrolle mit den Internetplattformen“, schildert Purt.

Auf rund 15 bis 20 Prozent schätzt Purt den Anteil der Betriebe im Mostviertel, die bereits online buchbar sind. „Am stärksten digital aufgestellt sind wir im Bereich des Wirtschafts- und Seminartourismus rund um die Städte wie St. Pölten, Amstetten oder Waidhofen beziehungsweise einzelne Seminar- oder Wellnesshotels wie die Kothmühle in Neuhofen. Danach folgt schon der alpine Bereich in den Ybbstaler Alpen, wobei hier dank einer landesweiten Initiative vor zwei Jahren auch die Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe und Privatzimmervermieter überdurchschnittlich präsent sind“, weiß Purt. Eher trist hingegen schaut es im Pielachtal, Traisen-Gölsental oder dem Melker Alpenvorland aus. Da finden sich nur einzelne Betriebe, die online buchbar sind.

Online-Umsatz wird sich heuer verdoppeln

Dennoch sieht Purt erste Erfolge: „Hatten wir im Vorjahr über Online-Buchungen einen Gesamtumsatz von 230.000 Euro, so liegen wir heuer bis Ende September schon bei über 400.000 Euro Umsatz. Es trägt also durchaus Früchte, wenn Betriebe online buchbar sind“, ist Purt überzeugt.

Davon ist auch Göstlings Bürgermeister Friedrich Fahrnberger, designierter Obmann des Vereins Ybbstaler Alpen, überzeugt: „Die Online-Buchbarkeit von regionalen Beherbergern massiv zu erhöhen, ist ein Hauptziel des in Gründung befindlichen Vereins Ybbstaler Alpen. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt ist deshalb, die Betriebe dabei stark zu unterstützen.“

Es gibt aber auch Betriebe, die bewusst auf Online-Plattformen verzichten. Denn einen Nachteil haben booking.com und Co. schon: Sie schmälern die Gewinnspanne, da sie Provisionen für ihre Dienste kassieren.

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