Urteil nach Angriff im Zug

Ein Mann versetzte einem Fahrgast im Cityjet im Bezirk Scheibbs einen Faustschlag ins Gesicht: drei Monate bedingte Haft.

Erstellt am 20. November 2021 | 13:38
Gericht Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)

Mitte September versetzte ein junger Mann aus dem Bezirk Scheibbs einem anderen Fahrgast im Cityjet zwischen Amstetten und Wien einen Faustschlag ins Gesicht. Der Fahrgast hatte ihn zur Rede gestellt, weil der Scheibbser unangebrachte Kommentare über den Holocaust gemacht hatte. Dessen Gegenargument war ein Faustschlag ins Gesicht — kurz bevor er ausstieg, war er noch einmal umgedreht.

Jetzt ist der Fall vor Gericht. Der Scheibbser gibt den Faustschlag ins Gesicht zu. Der Fahrgast, der eine kleine blutende Wunde am Mund davontrug, sprach von drei Schlägen. Von dem Vorfall gibt es aber eine Videoaufzeichnung, die klar nur einen Schlag zeigt. Darauf sei auch zu erkennen, dass der Schlag nicht fest war, so der Richter. Bereits vor der Gerichtsverhandlung hatte der Angeklagte dem anderen 500 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Er ist auch bereit, ein Anti-Gewalttraining zu machen. Bei einem anderen angeklagten Vorfall soll der Mann eine Autoscheibe mit einem Stein eingeschlagen haben, weil er etwas darin vergessen habe. Besonders gescheit sei das nicht gewesen, so der Richter. Auch das gibt der Angeklagte zu. Auch hier hat er bereits Schadenersatz gezahlt.

Der Mann ist vorbestraft, der Strafrahmen für diese Anklagepunkte beträgt ein Jahr Haft. Er bekommt drei Monate bedingte Haft. Die Probezeit seiner ersten Verurteilung wird auf fünf Jahre verlängert. Er erhält eine Weisung zum Anti-Gewalttraining. Vom Vorwurf der Nötigung und Drohung gegenüber seiner Lebensgefährtin wird er freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.