VP-Initiative: Kein Empfang? Das soll sich ändern . Die beiden VP-Landtagsabgeordneten Klaudia Tanner und Anton Erber fordern Lückenschluss im Handynetz auch am Land

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. Mai 2018 (05:00)
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In der VP-Bezirksgeschäftsstelle in Scheibbs haben die beiden Landtagsabgeordneten Klaudia Tanner und Anton Erber kein Problem mit dem Handynetz. Nur das ist leider nicht im gesamten Bezirk so. Diese Handynetz-Lücken wollen sie jetzt gemeinsam mit Hilfe der Bevölkerung rasch schließen.
Christian Eplinger

„Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich von Steinakirchen Richtung Autobahnauffahrt Amstetten fahre, ein wichtiges Telefonat führe und plötzlich ist der Handyempfang weg. Leider ist das im Bezirk kein Einzelfall“, schildert VP-Landtagsabgeordnete Klaudia Tanner. Gemeinsam haben sie und ihr Landtagskollege Anton Erber daher die Initiative „Lücken im Handynetz schließen“ gestartet.

„Wir dürfen bei aller Euphorie und der großen auch wirtschaftlichen Bedeutung des Breitbandausbaus nicht vergessen, dass die flächendeckende Mobilnetz-Versorgung im ländlichen Raum noch immer nicht gegeben ist. Im Gegenteil, sie wird zum Teil schlechter, da die Netze aufgrund der immer größeren Nutzer- und Datenmengen ausgelastet sind. Vor allem überall dort, wo die 4G-Frequenzsteigerung auf 100 Mbit/s noch nicht ausgebaut wurde“, ergänzt Anton Erber.

Das bestätigt auch die Telekom-Regulierungsbehörde (RTR): Lag die Geschwindigkeit der österreichischen LTE-Netze Ende 2016 noch durchschnittlich bei 37 Mbit/s, so wurden Ende 2017 im Schnitt nur noch 29 Mbit/s erreicht.

Meldungen sammeln und Druck erzeugen

Erber und Tanner haben dies daher auch in der VP-Landtagsklausur zum Thema gemacht und mit Landesrätin Petra Bohuslav eine Verbündete gefunden. „Wir rufen jetzt die Bevölkerung auf, uns Lücken in der Handynetzversorgung zu melden. Wir werden das gesammelt und mit entsprechendem Nachdruck und Lästigkeit an die zuständigen Stellen weitergeben, um so Druck auf die Mobilfunkbetreiber zu machen“, versprechen Tanner und Erber.

Handynetz Bez. Scheibbs
breitbandatlas.info; Foto: Georgejmclittle/shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Im Wissen, dass schnelles Internet für die Zukunft ein wichtiger wirtschaftlicher Standortfaktor ist, wurde in den letzten Jahren die 100 Mbit/s-Versorgung im Bezirk schon ausgebaut. „Wir brauchen schnelles Internet bis zu den entlegenen Bauernhöfen. Denn alle Förderanträge und Datenerfassungen sind nur mehr über den elektronischen Weg zu übermitteln“, weiß Klaudia Tanner.

Aktuell sind laut RTR 15.000 Wohnungen in 11.300 Gebäuden im Bezirk (75 Prozent der Gebäude) mit Mobilfunk ausreichend versorgt. Vor drei Jahren waren es nur die Hälfte aller Gebäude mit rund 10.000 Wohnungen. Die Versorgung mit einem möglichen Breitband-Festnetzanschluss liegt im Bezirk derzeit bei 25 Prozent.

Das die Handynetzversorgung im Scheibbser Bezirk noch sehr unterschiedlich ausgebaut ist, zeigt die aktuelle Karte des vom Bundesministerium für Verkehr, Innovationen und Technologie herausgegebenen Breitbandatlas (siehe Grafik).