WhatsApp aus Schule verwiesen. WhatsApp- Gruppen von Lehrern, Schülern und Eltern soll es künftig in der Schule nicht mehr geben.

Von Claudia Christ. Erstellt am 27. November 2018 (04:50)
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Soziale Medien an den Schulen sind in Zeiten der Datensicherheit ein heikles Thema. Eine Aussendung des Landesschulrates setzt nun in diesem Punkt einen weiteren Schritt: Die Kommunikation mittels WhatsApp, Facebook und Instagram für schuleigene Zwecke ist für die unter 16-jährigen Schüler nicht mehr erwünscht.

Sigrid Fritsch, Direktorin des BRG/BGR Wieselburg.
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Für Direktorin Sigrid Fritsch vom Gymnasium Wieselburg ist das generell keine schwerwiegende Sache. Sie hat die Information an ihr Lehrerteam weitergeleitet und angewiesen, sich daran zu halten: „Generell funktioniert die Kommunikation in unserer Schule sehr gut. Natürlich war es für einige eine praktische Möglichkeit zwischen Schüler und Lehrer, um zu kommunizieren. Aber wir kommen auch ohne WhatsApp aus. Die Eltern werden sowieso schriftlich über wichtige Angelegenheiten informiert.“

Auch Elternvertreterin Eva Lanzenberger sieht das ähnlich: „Es war natürlich eine schnelle Möglichkeit sich auszutauschen“, betont sie. Im Schulgemeinschaftsausschuss wurden bereits neue Kommunikationsformen für die Unterstufe diskutiert. „Eine Möglichkeit wäre eine schulinterne Plattform wie das elektronische Mitteilungsheft“, betont sie.

BG/BRG-Schülervertreter Valentin Sandler dazu: „Ich sehe darin sehr wohl einen Nachteil, da heutzutage fast nur noch über Social Media und SMS kommuniziert wird. Wir haben zwar ein schuleigenes Mailsystem, doch ich denke, dass dieses nicht von vielen verwendet wird.“

Kürzlich hat der Landesschulrat den Informationserlass „Digitale Grundbildung und Einsatz von Social-Media-Software“ herausgegeben. Er empfiehlt Schulen und Schülern, in der Schul-Kommunikation auf Schulsoftware statt auf WhatsApp, Facebook oder Instagram zurückzugreifen.
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Mit altbewährten Mitteln, nämlich per Telefon und Mitteilungsheft, wird in der Volksschule Wieselburg mit den Eltern kommuniziert. Whats-App-Gruppen gab es bislang nur vereinzelt, stattdessen gibt es ein Klassenraumtelefon. „Die Eltern bekommen am Schulbeginn die Nummer von unserem Diensthandy und können so per SMS mitteilen, wenn das Kind zum Beispiel krank ist oder wenn sonst irgendwelche Anliegen vorliegen“, informiert Direktorin Helga Jungwirth.

Sensibilisierung für Datenschutz

Den lebenden Beweis, dass man auch ohne Smartphone auskommen kann, liefert Direktor Ingolf Völker von der SMS Scheibbs. Dementsprechend nüchtern sieht er den Schulverweis von Social Media: „Ich kann sowieso nicht kontrollieren, was sich privat abspielt und das will ich auch gar nicht“, betont er.

Seine Schule lege besonderen Wert darauf, die Schüler für den Datenschutz zu sensibiliseren. „Dabei machen wir sie gezielt darauf aufmerksam, dass sie nicht unbedacht Fotos von sich ins Netz stellen sollen, denn da kann es theoretisch passieren, dass sie sich auf einer Milchpackung in Oberitalien wieder finden.“

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