Wohnbau: Ballungsgebiete gegen Landidylle. Während Wieselburg boomt, bedarf es in Gaming aller Anstrengung, die Bürger zu halten.

Von Claudia Christ. Erstellt am 26. März 2019 (04:00)
Renate Gruber, Gamings SP-Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete .Günther Leichtfried, SP-Bürgermeister in Wieselburg.
NÖN Archiv

Wer sich ein neues Eigenheim schaffen will, der bevorzugt die Ballungsräume. Dieser Trend ist auch im Bezirk Scheibbs deutlich erkennbar. Purgstall, Scheibbs, Steinakirchen oder Gresten – im Wohnbau und bei der Bevölkerungsentwicklung schlägt Wieselburg einfach alle. Mit aktuell 4.205 Einwohnern, einem Plus von 62 gegenüber dem Vorjahr, geht die Tendenz ungebremst nach oben.

„Der Zuzug nach Wieselburg ist ungebrochen und die Nachfrage an Wohnraum ist sehr groß. Neu errichtete Wohnungen sind in kürzester Zeit wieder vergeben“Bürgermeister Günther Leichtfried

„Der Zuzug nach Wieselburg ist ungebrochen und die Nachfrage an Wohnraum ist sehr groß. Neu errichtete Wohnungen sind in kürzester Zeit wieder vergeben“, betont Bürgermeister Günther Leichtfried. Hier findet man auch die höchsten Grundstückspeise im Bezirk: „Pro Quadratmeter kann der Preis schon bis zu 120 Euro betragen. Im Gegensatz dazu gibt es im Hinterland aber auch schon Baugründe ab 20 Euro pro Quadratmeter“, weiß Martin Zehetner von Remax Wieselburg. Um genügend Wohnraum zu schaffen gibt es derzeit in Wieselburg zahlreiche Projekte. Zusätzlich wurden 29 private Bauparzellen im Bereich der Manker Straße/Breiteneicher Straße aufgeschlossen. Diese sind bereits teilweise bebaut.

Süden kämpft mit Abwanderung

Die Orte im südlichen Teil des Bezirkes hingegen kämpfen mit stetiger Abwanderung wie man am Beispiel Gaming deutlich erkennen kann: Das Ötscherdorf hat aktuell 3.070 Einwohner, um 200 weniger als noch vor acht Jahren. „Es ist eigentlich unverständlich, dass wir nach wie vor eine Abwanderungsgemeinde sind, denn wir versuchen seit Jahren, mit gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen dem entgegenzuwirken“, bedauert Bürgermeisterin Renate Gruber.

Neben einer gut funktionierenden Infrastruktur mit Geschäften, Bildungseinrichtungen und Schulen punktet der Ort mit der landschaftlichen Schönheit. Aktuell laufen die Gespräche für ein neues Projekt, einem Klimaschutzzentrum in Lackenhof. Denn die Struktur im Wintersportort hat sich im Laufe der Jahre komplett gewandelt:

„Hier hält sich mittlerweile die Anzahl an Hauptwohnsitze und Nebenwohnsitze die Waage“, weiß Gruber. Derzeit gibt es in der Gemeinde Gaming kein neues Wohnbauprojekt. Dafür aber einige aufgeschlossene Baugründe am Umberg und in Lehen. „Der Grundstückspreis beläuft sich bei uns von 35 in Kienberg bis 80 Euro in Lackenhof“, weiß die Bürgermeisterin.

192 Millionen Euro für Neubau und Sanierung

„Im Bezirk konnten 192 Mio. Euro in den letzten vier Jahren durch den Neubau von 623 Wohneinheiten und durch die Sanierung von 1.093 Wohneinheiten ausgelöst werden. Gerade im Hinblick auf die neue Wohnbaustrategie ist ein Mehrwert für alle Menschen gelungen. Denn es ist erfreulich, dass der Wohnbau im ländlichen Raum unterstützt wird“, sind die VP-Landtagsabgeordneten Anton Erber und Klaudia Tanner erfreut.

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