Wondraczek zur Gastro-Situation: „Danke an die Gäste “. Sepp Wondraczek, Vertrauensmann der Gastronomen im Bezirk Scheibbs, über verschärfte Situation in der Gastro-Branche.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 29. September 2020 (18:29)
Sepp Wondraczek,Vertrauensmann der Gastronomen im Bezirk Scheibbs, über verschärfte Situation in der Gastro-Branche.
Eplinger

NÖN: Die Gastronomen sind eine der Hauptleidtragenden der Coronakrise. Nach dem ersten Lockdown und einem halbwegs guten Sommer gibt es jetzt mit den Verschärfungen den nächsten Dämpfer. Es hagelt Absagen von Hochzeiten, Geburtstags- und Weihnachtsfeiern. Überlebt das die Gastrobranche?

Sepp Wondraczek: Der Lockdown im März war für uns alle ein Schock. Da wussten viele von uns nicht, wie es weitergehen soll. Dann kam ein relativ guter Sommer und wir waren wieder voller Optimismus. Diese neuerlichen Verschärfungen, die gerade die Gastronomie besonders treffen, schmerzen enorm. Ich fürchte schon, dass bis zu einem Drittel der Gastronomiebetriebe auf der Strecke bleiben könnten.

Was raten Sie Ihren Branchenkollegen?

Wichtig ist es gerade jetzt als Wirt, auf gutes Essen, besten Service und ein eigenständiges Profil zu achten. Und man darf sich nicht zu schade sein, um Hilfe und Unterstützung anzusuchen. Gerade im Bezirk Scheibbs haben wir mit Augustin Reichenvater einen sehr engagierten Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer, der alles versucht, um zu helfen. Wirtschaftskammer und Steuerberater können in der jetzigen schwierigen Phase eine entscheidende Unterstützung sein. Ein Dank gilt da aber auch den Banken, die durchaus Verständnis für unsere Situation zeigen.

Was halten Sie von Registrierungs- und Maskenpflicht und Vorverlegen der Sperrstunde?

Die Registrierungs- und Maskenpflicht sind das kleinste Übel. Da müssen wir an unsere Gäste appellieren, dass sie mittun. Sie helfen uns, schützen andere und sich selbst. Generell können wir bislang den Gästen ein großes Danke sagen. Sie zeigen Verständnis für alle Maßnahmen und halten zu ihren Wirten. Als Problem sehe ich aber eine Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr. Da brauchen viele Lokale dann gar nicht mehr öffnen.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Dass man mit Hausverstand agiert, nicht mit der Angst spielt und zur alten Normalität zurückkehrt. Die Krise ist daher für jeden einzelnen vielleicht auch die Chance, seine Werte neu zu ordnen. -ce-