Worthington setzt Produktion vorerst aus. Große Unternehmen setzen auf akribische Maßnahmen. Produktion läuft aber weiter – fast überall.

Von Christian Eplinger. Update am 16. März 2020 (12:32)
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Timo Snoeren, Generalmanager von Worthington Industries
Timo Snoeren, Generalmanager von Worthington Industries
Eplinger

„Die Sicherheit unserer Mitarbeiter steht in diesen Tagen an oberster Stelle.“ Das betonten alle großen Industrieunternehmen der Region gegenüber der NÖN. Wo möglich haben alle Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Homeoffice oder „Mobile Work“ umgestellt.

Die Produktion läuft aber bei den meisten Industriebetrieben vorerst weiter. Eine Ausnahme ist dabei Worthington Industries in Kienberg. „Glücklicherweise gibt es bislang bei uns keinen Verdachtsfall. Trotzdem hat sich die Konzernleitung dazu entschlossen, die Produktion am Montag und Dienstag für zwei Tage stillzulegen“, informiert Pressesprecher Todd Cesaratto am Sonntagabend.

„Wir wollen mit der Werksschließung auch eine Vorbildwirkung für die Unternehmen der Region setzen.“ Timo Snoeren, Worthington Industries Generalmanager

Diese Zeit nützt die Geschäftsführung rund um Generalmanager Timo Snoeren, um die weiteren Schritte und Maßnahmen vorzubereiten. „Wir wollen mit der Werksschließung auch eine Vorbildwirkung für die Unternehmen in der Umgebung setzen“, sagt Snoeren.

Bei den anderen größen Arbeitgebern der Region, ZKW in Wieselburg, Welser in Gresten/Ybbsitz, Wittur in Scheibbs oder Busatis in Purgstall geht es vorerst normal weiter  – auch wenn mit höchsten Präventivmaßnahmen. Täglich tagen Corona-Task-Forces und beraten die aktuelle Lage. Externe Besucher werden abgewiesen, interne Besprechungen werden von der Anzahl der Teilnehmer her limitiert und die Lehrlingsausbildung ausgesetzt. Zudem haben die Unternehmen die Reinigung der Räumlichkeiten intensiviert und Hygienevorschriften für die Mitarbeiter erstellt.

ZKW hat darüber hinaus schon am Mittwoch ihr Betriebsrestaurant geschlossen. „Als einer der größten Arbeitgeber der Region sind wir uns unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Obwohl bei ZKW keine Verdachtsfälle vorliegen, ergreifen wir nun proaktiv Maßnahmen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren“, erklärte Oliver Schubert, CEO der ZKW Group.

„Als einer der größten Arbeitgeber der Region sind wir uns unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst"

Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit der großen Unternehmen hatte das Coronavirus bislang noch nicht. „Aktuell sind in unseren Standorten keine Corona-Fälle aufgetreten. Das Coronavirus hat derzeit keine Auswirkungen auf unsere Produktionen in den USA, Deutschland und Österreich und somit auf die Lieferfähigkeit“, betont Welser Profile-Marketingchef Werner Stoebich. Und auch Wittur-Geschäftsführer Michael Bach ist noch zuversichtlich: „Derzeit ist die Auftragslage gut. Unsere Produktion läuft. Wenn sich das ändert, werden wir Kurzarbeit andenken.“