Intensives erstes Jahr bei Bauernkammer. Franz Rafetzeder zieht nach seinem ersten Jahr als Bezirksobmann durchaus positive Bilanz.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 10. März 2021 (15:20)

„Es war ein ereignisreiches Jahr, in dem trotz Covid-19-bedingten Einschränkungen sowohl die Bauern als auch die Bezirksbauernkammer weit überdurchschnittliches leisteten“, zieht Bezirksbauernkammerobmann Franz Rafetzeder ein Jahr nach seiner Wahl bei der Kammervollversammlung durchaus zufrieden Bilanz. Diese fand am Montag der Vorwoche unter Wahrung aller Covid-19-Schutzmaßnahmen in der Versteigerungsarena der Berglandhalle statt.

Sein erstes Jahr als neuer Kammerobmann sei Corona-bedingt allerdings anders verlaufen, als er ursprünglich erwartet hätte. „Es waren natürlich weit weniger Veranstaltungen und damit gab es auch weniger direkte Kontakte. Im Gegenzug konnte ich aber die Zeit nutzen, um den Kammerbetrieb noch intensiver kennenzulernen und meine Kontakte auch in der Landeskammer zu stärken“, berichtet Franz Rafetzeder.

Zwei Resolutionen einstimmig beschlossen

Die Bauern hätten im Corona-Jahr gezeigt, wie wertvoll die heimische Lebensmittelproduktion und die Versorgungssicherheit seien. „Insofern hat Corona die Bedeutung der Landwirtschaft und die vielfältigen Leistungen der Bauern in und für die Gesellschaft noch bewusster ins Rampenlicht gebracht“, ist Rafetzeder überzeugt. Diesen Schulterschluss gelte es voranzutreiben und weiter auszubauen, damit „die Bauern noch mehr Potenzial haben, Verbesserungen für die Betriebe herbeizuführen“, betont Rafetzeder. In der Kammervollversammlung gab es daher auch einen einstimmigen Resolutionsbeschluss: Die Sicherstellung der Lebensmittel soll als Staatsziel verankert werden.

Ebenso einstimmig beschlossen wurde eine Resolution zum Thema Herkunftskennzeichnung. Die soll bei Lebensmittel weiter ausgebaut werden, um dem Konsumenten eine nachvollziehbare Wahlmöglichkeit beim Einkauf zu geben – für eine bewusste Entscheidung für qualitätsvolle, heimische Lebensmittel.

„Als Kammer geht es uns darum, klare Rahmenbedingungen und Perspektiven für die bäuerlichen Betriebe zu schaffen, damit diese erfolgreich wirtschaften können“, sagt Rafetzeder, der die aktuelle Lage für die Landwirtschaft als durchaus positiv bezeichnet. Denn mit Ausnahme der Schweinebauern und der touristischen Betriebe – hier vor allem jene, die normal auch in der Wintersaison viele Gäste haben – seien die Bauern von der Einkommenssituation her durchaus gut durch die letzten Monate gekommen. „Beim Rindfleisch hat es zwar im konventionellen Bereich ein wenig Einbußen gegeben, aber bei Bio-Rindfleisch ist der Preis genauso konstant geblieben wie bei der Milch“, sagt Rafetzeder.

Aktueller Holzpreis ist Chance für Forstwirte

Erfreulich sei auch, dass der Holzpreis sich erholt habe. Das gelte es jetzt zu nutzen. „Beim Holzsektor hoffen wir auf einen feuchten Sommer und dass keine Stürme den Holzpreis wieder runterdrücken. Den Boom der Bauwirtschaft, die weiterhin verstärkt auf Holz setzt, gilt es jetzt auch als Forstwirt auszunutzen“, erklärt Rafetzeder.

Das Corona-Jahr hat auch gezeigt, wie wichtig die fachliche Interessensvertretung und die regionale Verankerung der Kammer sind. „Unsere Beratungskontakte sind im Vorjahr deutlich gestiegen, weil viele Betriebe um Hilfestellung bei der Beratung der staatlichen Hilfsmaßnahmen und der Investitionsförderung ersuchten. Deren Anzahl ist immens gestiegen. Das zeigt, dass die Bereitschaft der Landwirte, auch in schwierigen Zeiten zu investieren, groß ist“, berichtete Kammersekretär Martin Auer. Knapp 1.500 Mehrfachanträge im Frühjahr und 1.250 im Herbst sowie 1.450 verpflichtende Agrarstrukturbehebungen haben die Mitarbeiter der Bezirksbauernkammer Scheibbs im Vorjahr abgewickelt.