Biker starb bei Kollision: Unfalllenker vor Gericht. Bei einem Verkehrsunfall am Rand der Ennstal Classic wurde ein Biker getötet. Der Unfalllenker stand jetzt vor Gericht.

Von Karin Katona. Erstellt am 24. Oktober 2019 (04:54)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
Von Zolnierek, Shutterstock.com

Ein verzweifelter Angeklagter stand am vergangenen Mittwoch vor Bezirksrichter Oliver Baumschlager. Die Anklage: Fahrlässige Tötung im Straßenverkehr. Passiert war der Unfall im Juli am Rande der Ennstal Classic in Lunz, ein 52-jähriger Motorradfahrer aus Tschechien kam dabei zu Tode, seine 50-jährige Gattin wurde schwer verletzt.

„Ich höre den Knall“

„Ich bekenne mich schuldig. Es tut mir so wahnsinnig leid. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie mir das passieren konnte. Ich schwöre, ich habe niemanden gesehen. Ich denke hin und her, wache nachts auf und höre wieder den Knall“, sagte der 71-jährige Unfalllenker. Dass er den verhängnisvollen Auffahrunfall durch falsches Abbiegen von der LB25 in die Elisabeth-Hummel-Straße verursacht hat, steht außer Frage. Dann jedoch gehen die Meinungen der Zeugen auseinander: „Die Zeugen sagen, dass ich mitten im Abbiegevorgang plötzlich stehen geblieben bin. Das stimmt nicht“, beharrt der Angeklagte.

Fest steht, dass der tschechische Motorradfahrer, der die Autokolonne auf der LB25 überholen wollte, gegen das Heck des abbiegenden Auto geprallt war und trotz verzweifelter Reanimierungsversuche noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag. Eine Tatsache, die den Unfalllenker seither quälend verfolgt:

"Denke jeden Tag daran"

„Ich denke jeden Tag daran. 22 Jahre war ich unfallfrei mit dem Auto unterwegs und dann so etwas. Mir tut es so leid für den Mann und seine Familie.“ Der Tatbestand der fahrlässigen Tötung ist für Richter Oliver Baumschlager voll erfüllt. „Milderungsgrund ist das reumütige Geständnis, erschwerend das Doppeldelikt aus fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung.“ Das Urteil, eine Geldstrafe von 5.250 Euro, nimmt der Angeklagte an. Ihm steht jetzt noch ein Zivilstrafverfahren bevor. Die Witwe des Bikers und ihre Kinder machen Ansprüche auf Schmerzensgeld und Trauer-Schmerzensgeld geltend.