Scheibbser Blasmusik: Wechsel an der Spitze. Von August Prüller zu Werner Pitzl – bei Jahreshauptversammlung der BAG wurde Bezirksobmann neu gewählt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 22. April 2021 (04:12)
Bei der Jahreshauptversammlung der BAG Scheibbs (vorne, von links): Ehrenbezirksobmann August Prüller (neu), Bezirksobmann-Stellvertreter Rudolf Füsselberger (neu), Bezirksobmann Werner Pitzl (neu), Schriftführer Peter Aigner (alt), der ausgeschiedene Kassier Karl Scharner, Bezirkskapellmeister-Stellvertreter Gerhard Kastenberger (alt), Bezirkskapellmeister Andreas Prüller (alt), Bezirks- und Landesstabführer Georg Speiser sowie Bürgermeister Harald Gnadenberger (Gresten-Markt).
Anna Faltner, Anna Faltner

Sonntagvormittag im Musikheim des Blasorchesters Gresten. Ein Teil des Vorstandes der Bezirksarbeitsgemeinsaft (BAG) Scheibbs sitzt (getestet und mit Abstand) vor einer Leinwand, auf der die Obmänner und Kapellmeister aller 18 Blasmusikvereine im Bezirk zu sehen sind.

Sie alle nehmen virtuell, aber trotzdem mit Tracht (!), an der Jahreshauptversammlung teil. Daneben steht die Bezirksfahne der BAG. Eine Errungenschaft von August Prüller, der sich nach 30 Jahren im Bezirksvorstand und zwölf Jahren als Bezirksobmann nicht mehr der Wahl stellte. Warum er jetzt ausscheidet, ist schnell erklärt. Der Blasmusikverband verfügt nämlich über eine Altersklausel: Ab dem 70. Lebensjahr sollte man nicht mehr zur Wahl antreten. Prüller wird Ende April 72.

Das Amt des Bezirksobmanns hat er am 1. März 2009 von Langzeit-Obmann Karl Lechner übernommen. Angestrebt hat er das damals nicht, mangels Bereitschaft anderer Musikkollegen war es notwendig. „Ich habe es aber sehr gerne gemacht. Die Blasmusik war immer schon mein Leben und ist es noch weiterhin. Mein Vater hat mir das als Kind schon wie einen Virus eingepflanzt“, erzählt der Reinsberger, der seinen Musikverein weiterhin am Tenorsaxophon unterstützt. Sollte Not am Mann sein, springt der (mittlerweile) Ehrenobmann aber noch gerne für Besuche bei Konzerten, Festen und Veranstaltungen ein. „Ich hatte immer den Eindruck, ein gern gesehener Gast zu sein“, sagt er zufrieden.

Prüller ist „Musiker mit jeder einzelnen Faser“

Die Wertschätzung, die Prüller seinen Musikkollegen entgegengebracht hat, ist auch Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Pehofer, der online an der Sitzung teilnahm, nicht entgangen: „Du bist Musiker mit jeder einzelnen Faser – durch und durch.“ Dass sein Nachfolger Werner Pitzl in große Fußstapfen tritt, ist dem Purgstaller bewusst. „Ich freue mich auf diese Herausforderung“, betont der 55-jährige Tubist.

Nach zwölf Jahren als Bezirksobmann-Stellvertreter konnte er sich bereits mit der Funktion vertraut machen. Sein vorrangiges Ziel für die Bezirkskapellen wäre es, eine Perspektive zu schaffen. „Wir müssen die Leute nach der Krise motivieren, in die Musikprobe zu kommen, ihr Instrument wieder in Schuss zu bringen, einfach dass das ‚Werkl‘ wieder läuft. Und ganz wichtig ist, dass wir die Routine unserer Auftritte wieder bekommen“, erklärt Pitzl, der bereits seit seinem siebenten Lebensjahr begeisterter Musikant ist.

Handlungsbedarf sieht er da speziell bei der Jugend. „Durch die lange Pause und das vielfältige Freizeitangebot besteht die Sorge, dass sich manche anders orientieren. Dabei setzen wir stark auf die Zusammenarbeit mit den Musikvereinen und ihren Jugendreferenten.“ Die Rolle des Bezirksobmann-Stellvertreters ist mit dem Grestner Rudolf Füsselberger übrigens auch neu besetzt.

Wann es mit der Musik wieder losgeht, ist noch nicht absehbar. Gespräche wegen eines Freitestens für die Probe laufen beim NÖ Blasmusikverband noch. Ob das Bezirksmusikfest am 28. August in St. Georgen an der Leys stattfinden kann, ist noch offen. Dafür ist für 23. Oktober die Veranstaltung „Polka, Walzer, Marsch“ geplant, ähnlich der Konzertmusikbewertung. „Wir brauchen ein Ziel, eine Perspektive, auf das wir hinüben können“, unterstreicht Bezirkskapellmeister Andreas Prüller aus Reinsberg, wo auch die Veranstaltung stattfinden soll.