Gresten hat das Budget fest im Griff. Die Marktgemeinde liegt dank starker Ertrags- und Finanzierungskraft österreichweit auf Platz 57.

Von Anna Faltner. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:26)
Stolz auf den Finanzhaushalt seiner Gemeinde: Bürgermeister Harald Gnadenberger.
Faltner

Nahezu einen Höhenflug erlebte Gresten dieses Jahr beim Bonitätsranking aller österreichischen Gemeinden. Denn im Vergleich zum Vorjahr machte die Marktgemeinde 117 (!) Plätze gut. Beurteilt wird nach den Parametern Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, finanzielle Leistungsfähigkeit und Verschuldung. Für SP-Bürgermeister Harald Gnadenberger sind der 57. Platz sowie der große Vorsprung zum Vorjahresergebnis leicht zu erklären.

„Wir sind immer schon sehr sparsam und vorausschauend mit unserem Geld umgegangen, bilden Rücklagen und finanzieren viele Projekte über Rücklagen“, sagt er. Vor einigen Jahren hat die Marktgemeinde in die neue Kläranlage investiert. „Das war eine Großinvestition, deren Verschuldung unseren Abstieg auf Platz 174 im Vorjahr erklärt. Davor waren wir immer vorne mit dabei“, betont der Ortschef. Das stimmt: 2018 lag der Bonitätswert bei 1,07. 2020 liegt er bei 1,30.

„Man sollte die Projekte ordentlich und vorausschauend planen und die Fördertöpfe nutzen.“Harald Gnadenberger

„Bis zur Coronakrise hatten wir sehr vernünftige Einnahmen. Wir können uns mit unserer Kommunalsteuer sehr glücklich schätzen. Neben der Firma Welser haben wir auch viele Klein- und Mittelbetriebe, über die wir sehr froh sind“, informiert Gnadenberger. Wie sich die Coronakrise auf die Finanzen auswirkt, ist im Bonitätsranking noch nicht ersichtlich.

Die starke Eigenfinanzierungskraft verbindet der Ortschef mit der Tatsache, dass eben viele Projekte mit Rücklagen finanziert werden – nicht nur die „Pflichtaufgaben“ wie Kanal, Wasser, etc. Was die Verschuldung betrifft, liegt die Tendenz der letzten Jahre ohnehin im Sinken. Das beweist auch der Rechnungsabschluss. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Schulden um 150.000 Euro verringert und die Rücklagen noch einmal aufgebessert. Und wie gelingt das? „Man sollte die Projekte ordentlich und vorausschauend planen und die Fördertöpfe nutzen“, meint Gnadenberger.

Erst kürzlich hat die Gemeinde bestehende Darlehen geprüft und umgeschuldet. „Dadurch konnten wir uns auch etliche Tausender ersparen.“ Kooperationsprojekte können etwa wichtige Synergieeffekte mit sich bringen. Das zeigt neben dem Straßenbauprojekt in Badgasse und Erlaufpromenade samt Rückhaltebecken auch der gemeinsame Radweg von Markt- und Landgemeinde sowie der Firma Welser.