„Pflasteradler“ für Lunz

Das Forum Qualitätspflaster wählt alle zwei Jahre die besten Projekte in puncto Entwurf und Innovation. Heuer ging der „Pflasteradler“ an Lunzer Begegnungszone.

Erstellt am 24. November 2021 | 03:37
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Eduard Leichtfried und Alois Graf bei der Preisübergabe.
Foto: privat

Eine Jury von Branchenexperten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich wählte unter 24 eingereichten Projekten den Gewinner des Pflasteradlers 2021. Beim diesjährigen Bewerb siegte überlegen mit 289 Punkten, und damit mit einem Rekordvorsprung von 28 Punkten, die heuer im Frühjahr eröffnete Begegnungszone Lunz am See. „Ich freue mich besonders, gleich bei meiner ersten Teilnahme mit dem Projekt Belebungszone Lunz am See den Pflasteradler zu gewinnen“, sagt Planer Alois Graf. Der Initiator dieses Projektes, Umweltgemeinderat und Vorstandsvorsitzender des FQP, Eduard Leichtfried, erzählte von den Anfangsschwierigkeiten, die überwunden werden mussten: „Viele Gespräche waren notwendig, damit Lunz und das Haus der Wildnis die vom Klagenfurter Kunstprojekt von Klaus Littmann — ein Wald im Fußballstadion — als Geschenk übernehmen durften.“

Zudem gelang es, einen Wiener Trinkbrunnen als Hommage an die vor 110 Jahren eröffnete und durch Lunz führende II. Wiener Hochquellenwasserleitung zu bekommen. Eine ÖAMTC-Fahrradservicestation und ein im Ganzen produziertes Stück Brettsperrholz für das Dach der Autobusdoppelhaltestelle, ergänzen das Projekt. Viele Details, wie die aus dem Boden wachsenden Informationsstelen mit der gleichen Grundfläche wie die Pflasterplatten, deren Form und Farbe direkt von in Lunz am See vorkommenden Gesteinsschichten stammen könnten, sind in die Wertung miteingeflossen.

Der geöffnete und dadurch in die Begegnungszone integrierte Pfarrgarten sowie die Übergänge zum Altbestand mit passendem Kleinsteinpflaster sind weitere nennenswerte Details. Erstmals wurden spezielle Rampen aus Betonfertigteilen verwendet, deren Form bis zu den erlaubten 30 km/h ein Überfahren ohne Komfortverlust ermöglichen. „Diese gesamtheitliche Sichtweise durch eine nutzungsgerechte Planung und die gestalterische Qualität ergab einen eindeutigen Sieger“, so die einhellige Jurymeinung.