Tiroler ist Meister über Wieselburger Bier. Der 49-jährige Tiroler Günter Kecht unterstützt seit einigen Monaten Braumeister Christian Huber bei der Entwicklung des Standortes Wieselburg.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 12. Juli 2018 (04:47)
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Wieselburger
Die beiden Braumeister Günter Kecht (links) und Christian Huber sorgen gemeinsam für die Produktqualität des Wieselburger Biers und die Standortweiterentwicklung der Brauerei Wieselburg.  
Christian Eplinger

Günter Kecht ist Tiroler – das kann und will er nicht leugnen. Unverkennbar sein Dialekt. Obwohl der 49-Jährige seit einigen Jahren mit seiner Familie (zwei Kinder) in der Steiermark lebt und nun auch in Wieselburg einen Wohnsitz begründet hat. Denn Wieselburg ist seine neue berufliche Heimat.

Eigentlich schon seit 2016. Da wechselte der gebürtige Kitzbühler – aufgewachsen in St. Johann in Tirol – innerhalb der Brau Union als Abteilungsleiter der Abfüllung von Zipf nach Wieselburg. Zuvor war der gelernte Braumeister 18 Jahre als technischer Leiter und Braumeister bei einer mittelständischen österreichischen Brauerei tätig.

„Aktuell liegen wir mit der Bierproduktion über Plan. Aber abgerechnet wird bei einer Brauerei immer erst nach dem Sommer.“Braumeister Christian Huber

Seit Februar diesen Jahres ist Günter Kecht eine weitere Stufe in der Karriereleiter nach oben gestiegen. Er ist der neue Braumeister am Standort Wieselburg, nachdem der um ein Jahr ältere Braumeister Christian Huber neben den Brauereien Wieselburg und Schwechat auch die Brauerei Zipf unter seine Fittiche bekommen hatte (die NÖN berichtete). „Ich rotiere derzeit zwischen den drei Standorten und unserer Zentrale in Linz. Da brauche ich auch vor Ort Leute, die für die Produktion und den Betrieb verantwortlich sind“, erklärt Christian Huber im NÖN-Gespräch.

Genau das sind die Aufgaben von Günter Kecht. Als Braumeister und Standortleiter ist er für die Qualität der Produkte in Wieselburg verantwortlich – von der Malzannahme bis hin zur Abfüllung in die Flasche oder das Fass. Gleichzeitig aber auch für die Standortentwicklung und die Mitarbeiter vor Ort. 260 sind es aktuell – 98 derzeit in der Produktion. In diesem Bereich um 30 Prozent, insgesamt gesehen um zehn Prozent, mehr als noch vor zwei Jahren.

„Die neue Abfüllanlage mit Einweg- und Mehrwegflaschen, die Entalkoholisierungsanlage sowie die Blade-Abfüllung haben vor allem das Exportgeschäft bei uns nach oben gepusht. Wir fahren aktuell bei der Blade-Anlage vier- und in allen anderen Produktionsabteilungen dreischichtig“, erklärt Günter Kecht.

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Rund eine Million Hektoliter Bier werden alljährlich in Wieselburg abgefüllt. Das Wieselburger Bier liegt dabei mengenmäßig gemeinsam mit dem Kaiser Bier nach wie vor an der Spitze.
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Rund eine Million Hektoliter Bier werden alljährlich in Wieselburg abgefüllt. Heuer ist man dank der heißen Monate Mai und Juni über Plan. „Abgerechnet wird aber erst nach dem Sommer“, warnt Huber vor zu großer Euphorie.

Neben der reibungslosen Produktion und der hohen Produktqualität hat Günter Kecht noch eine weitere Vision. Er will die Brauerei Wieselburg weiterbringen am Weg zur CO 2 -neutralen Brauerei nach dem Vorbild der Gösser-Brauerei. „Nachhaltigkeit und schonender Umgang mit Ressourcen, vor allem im Bereich der Energie, sind für uns wichtige Themen“, betont Kecht. Mit der Fernwärme-Koppelung mit der Firma Wibeba hat man 50 Prozent schon erreicht. Doch Huber und Kecht wollen mehr. „Es gibt konkrete Ideen, aber die sind auch sehr investitions-intensiv, daher geht das sicher nicht von heute auf morgen“, weiß Günter Kecht.