"Kunden wollen immer mehr Spezialbier und Innovation". Brau Union-Generaldirektor Markus Liebl zieht im NÖN-Gespräch zufrieden Bier-Bilanz über ersten neun Monate des Jahres.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. Oktober 2017 (04:00)
Christian Eplinger
Brau Union-Generaldirektor Markus Liebl (links) mit Bärenwirt Erich Mayrhofer hinter der Schank. „Die Kunden wollen immer mehr Spezialbiere und Innovationen. Das macht alles interessanter, aber auch komplexer – für uns, aber auch für die Gastronomen“, weiß Liebl.

Seit 23 Jahren verkörpert Markus Liebl (62) die BrauUnion. So lange ist er im Vorstand der Brau Union. Mit Ende des Jahres zieht sich der Generaldirektor und Herr über 2.300 Mitarbeitern aus dem operativen Geschäft zurück.

Sein Nachfolger wird der Norweger Magne Setnes, zuletzt Innovationsmanager im Heineken-Konzern. „Ganz kann und will ich aber noch nicht aufhören. Ich werde einerseits meinen Nachfolger im österreichischen Markt einführen und andererseits noch rund zwei Jahre Vorstandsvorsitzender der Holding Brau Union AG bleiben, zu der neben den acht Brauereien des Konzerns auch die beiden Kärtner Spezialitätenbrauereien gehören“, erklärt Liebl.

Die Brau Union lebt von der Markenvielfalt

Über fünf Millionen Hektoliter Bier beträgt der Jahresausstoß der Brau Union. Jeweils knapp eine Million Hektoliter davon kommen aus den beiden Niederösterreichischen Brauereien Wieselburg und Schwechat.

In Niederösterreich hat die Brau Union in den ersten neun Monaten des Jahres ihren Marktanteil auf 60,6 Prozent minimal ausbauen können. „Wir sind hier vor allem regional mit unseren Marken Wieselburger, Kaiser und auch Schwechater stark verankert. Die regionale Bindung zu einer Marke ist generell immer wichtiger – egal ob in der Gastronomie oder im Handel. Auch wenn die Brau Union insgesamt natürlich von der Markenvielfalt lebt“, weiß Markus Liebl.

Vorreiterschaft bei den alkoholfreien Bieren

Die Innovationsführerschaft inne zu haben, ist daher für Liebl ein wichtiges Thema. Auch wenn es sich in vielen Bereichen nur um eine kleine Nische handelt, wie etwa beim Wieselburger Schwarzbier, das vor zwei Jahren auf den Markt kam.

„Da verkaufen wir rund 3.000 Hektoliter pro Jahr. Das ist wie bei einem Craft-Bier“, erklärt Liebl. Wieselburg hat gerade auf dem Sektor der alkoholfreien Biere bei den Innovationen eine Vorreiterrolle. „Wir haben in Wieselburg dank der beiden Entalkoholisierungsanlagen erstmals das Zipfer alkoholfrei und das Heineken 0,0 % abgefüllt. Beim Heineken 0,0 % sprechen wir hier immerhin von 65.000 Hektoliter, die wir von Wieselburg aus in die Niederlande exportiert haben.“

"Lagerkapazitäten in Wieselburg erweitert"

Die vielen Innovationen machen aber das gesamte System komplexer – sowohl für den Handel als auch die Gastronomie und die Brau Union selbst. „Die Logistik wird immer wichtiger. Wir haben in den lezten Jahren unsere Lagerkapazitäten in Wieselburg um einiges erweitert. Aber auch in der Gastronomie wird es immer schwieriger. Die Gastronomen sollen immer mehr Auswahl anbieten. Da wird teilweise die Schankanlage zu klein“, weiß Liebl.

In der Brauerei Wieselburg, wo die neue Einweg-Füllanlage bereits auf Hochtouren läuft, ist gerade eine neue Kleinfässerfüllanlage im Anlaufen: das Blade-System. „Das sind Acht-Liter-Fässer, vor allem für kleinere Gastronomie-Betriebe gedacht, die mehr Auswahl anbieten wollen, denen aber ein 20- oder 50 Liter-Fass zu groß ist“, erklärt Liebl. Das System soll innerhalb des nächsten Jahres auch den Beer-Tender ablösen.

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