"In unserem Bier steckt viel Liebe". Vor sechs Jahren gründete sich in Wolfpassing der Brauverein Ambrosia. Mit eigener Marke wird jetzt im Schloss gebraut.

Von Anna Faltner. Erstellt am 05. Juli 2019 (15:56)
Faltner
Viel Zeit und Leidenschaft investieren Vize-Obmann Johannes Lagler (von links) und Obmann Markus Aichinger in das Bierbrauen. Besonders stolz sind sie auf ihre selbst angefertige Brauanlage „Josefine“.

Die Leidenschaft zum Bier und das Verlangen nach einem ganz besonderen Geschmack – genau das verbindet die Mitglieder des Wolfpassinger Brauvereins „Ambrosia“. „Wir alle trinken gerne Bier. Aber wir wollten etwas Neues, etwas das sich von den Standard-Bieren, die jeder bei uns kennt, abhebt“, erzählen Markus Aichinger (35) und Johannes Lagler (26).

Schon sechs Jahre liegen die ersten Brauversuche – damals noch im Glühweinkocher – zurück, heute wird professionell gearbeitet. Im Mai hat der Verein offiziell das Gewerbe angemeldet und ist ins Schloss Wolfpassing eingezogen – und zwar mit einer 150 Liter umfassenden Brauanlage der Marke Eigenbau. Davor wurde in der Werkstatt von Vereinsobmann Markus Aichinger gebraut. „Das war nicht optimal und ziemlich eng. Mit der Wiederbelebung des Schlosses haben wir jetzt den richtigen Zeitpunkt erwischt. Direkt nebenan im Hofladen wird unser Bier verkauft und von den Leuten sehr gut angenommen“, ist der Obmann stolz.

„Wir wollen einfach gutes Bier machen, die Gemeinschaft sowie den Spaß am Brauen fördern.“ Markus Aichinger, Obmann vom Brauverein Ambrosia

Das Brauen haben die 13 Vereinsmitglieder im Selbststudium gelernt. „Da ist schon genug schief gegangen. Aber man muss sich eben ausprobieren und experimentieren“, lacht Vize-Obmann Johannes Lagler. So ist auch das Rezept für ihr „Ambrosia“-Bier entstanden – ein naturtrübes Kellerbier mit fruchtigen Aromen. Und dem sollen noch weitere folgen. „Wir haben viele Ideen, also werden noch einige Sorten dazukommen“, verrät Aichinger.

Der nächste Schritt ist die Vergrößerung der Brauanlage auf 250 Liter, später auf bis zu 500 Liter. Der Brauvorgang findet einmal pro Monat statt: Einen Tag lang wird gebraut, an den Tagen darauf wird kontrolliert und eine Woche später abgefüllt. „Wir machen alles händisch. Bei uns steckt viel Arbeitszeit und Liebe im Bier“, verrät Lagler.

Mit den Einnahmen durch lokale Veranstaltungen, das Hofcafé und den Privatverkauf deckt der Verein die anfallenden Kosten für Miete und Produktion ab. „Es ist nicht unser Ziel, dass wir große Gewinne machen oder mit Großbrauereien konkurrieren. Wir wollen einfach gutes Bier machen, die Gemeinschaft und Freundschaft sowie den Spaß am Brauen fördern“, betonen die beiden.

Denn beim Brauverein handelt es sich nach wie vor um ein Hobby. Aichinger ist hauptberuflich Konstrukteur, Lagler ist Steuerungstechniker. „Natürlich würde jeder gerne sein Hobby zum Beruf machen. Aber das ist nicht unser vorrangiges Ziel“, unterstreicht der Obmann. Motiviert sind die Bierbrauer aber ohne Zweifel. Ihre Brauanlage nennen sie liebevoll „Josefine“ und der verwendete Hopfen stammt auch bald aus Eigenproduktion.