"Kremser Kamingespräche" zu Gast in Wienerbruck

Volkskultur Niederösterreich Chefin Dorli Draxler begrüßte als Veranstalterin gemeinsam mit Petra Zeh, der Bürgermeisterin der Gemeinde Annaberg, die interessierten Zuhörer des dritten Kremser Kamingesprächs Spezial im Naturparkzentrum Ötscherbasis in Wienerbruck.

Erstellt am 02. Oktober 2018 | 13:03
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Am Podium diskutierten unter der fachkundigen Moderation von Michael Battisti, ORF Niederösterreich, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur.Region.Niederösterreich und Schirmherr des Masterplans „Ländlicher Raum“, Josef Wallenberger, Geschäftsführer Wallenberger & Linhard Regionalberatung, Jasmine Bachmann, Geschäftsführerin Verein Naturparke Niederösterreich und Alpenforscher Werner Bätzing.

Nach dem profunden Diskurs am Podium über eine Region, die in Zeiten von Landflucht, Globalisierung, drastischen Umweltveränderungen und demographischen Verschiebungen einen eigenen erfolgreichen Weg in die Zukunft sucht, entspann sich eine angeregte Diskussion mit dem Publikum.

Einig waren sich die Referenten und auch das Publikum, dass über die Identifikation der Menschen mit ihrer Region, vor allem über die Kultur und entsprechende Angebote der Natur- und Kulturvermittlung, ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums gesetzt werden kann. Neben wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen sind es die Menschen, die als wichtigste Faktoren die Region lebendig halten und weiterentwickeln. „Das wichtigste für die Entwicklung des ländlichen Raums ist immer der Mensch vor Ort“, formuliert Landeshauptmann a. D. überzeugt und bestimmt.

„Denn Traditionen und Innovationen müssen gleichermaßen gepflegt und umgesetzt werden“, so Pröll weiter.

„Die Ötscherregion sei dafür ein „Best practice“-Beispiel, da sie Innovationen selektiv und überlegt angenommen, Traditionen aber bewahrt hätte“, sagt Werner Bätzing.

„Die Naturparke in Niederösterreich bieten den Gästen mit verschiedenen Schwerpunkten ein optimales Naturerlebnis, das neben der virtuellen und digitalen Welten der Gegenwart einen wichtigen Kontrapunkt schaffen“, ist Jasmine Bachmann überzeugt.

Josef Wallenberger hält eine ausgewogene Entwicklung verschiedener Bereiche im ländlichen Raum für den besten Weg – neben den Schwerpunkten Natur und Kultur, müssen auch wirtschaftliche und technische Aspekte ständig den modernen Standards angepasst werden, um eine Region lebenswert zu halten.

Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll resümierte abschließend mit drei Bitten an die Gestalter vor Ort:
1. Die Zusammenarbeit mit dem Mariazellerland intensivieren.
2. Kulturarbeit als Kraftstoff für die Entwicklung der (jeder) Region aufzufassen.
3. Die Ötscherreichdeklaration in die Phase des „gemeinsamen Tuns“ führen.

Die substanzielle und hörenswerte Diskussion wird am Mittwoch, 10. Oktober 2018, von 21.03 bis 22.00 Uhr auf Radio Niederösterreich ausgestrahlt und ist danach auf www.volkskulturnoe.at nachzuhören.

Zu den hochkarätigen Gästen zählten Nationalratsabg. Bgm. Friedrich Ofenauer, der in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gekommen war, Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Maria Forstner, Obfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, Kurt Farasin, wissenschaftlicher Leiter der NÖ Landesausstellungen und der Schallaburg, sowie zahlreiche Bürgermeister und Mandatare der Region.