Osterwunder: Keine Ausreisetests für Bezirk Scheibbs

Für den Bezirk Scheibbs kam der Osterhase heuer schon am Gründonnerstag. Denn während alle mit Ausreisetests ab Karfreitag rechneten, bescheinigte der Inzidenz-Wert vom Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) dem Bezirk am Donnerstagnachmittag eine Sieben-Tages-Inzidenz von 386,3. Damit sind die Ausreisetests vorerst vom Tisch. "Ich bin überrascht aber gleichzeitig auch sehr erleichtert", freute sich Bezirkshauptmann Johann Seper in einer ersten Reaktion gegenüber der NÖN.

Aktualisiert am 01. April 2021 | 15:42
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Foto: beton studio, Shutterstock.com

Sechs Tage lang - seit Freitag, 26. März - lag der Bezirk Scheibbs über der ominösen 400er-Grenze der Sieben-Tage-Inzidenz. Mit dem siebenten Tag wäre der Bezirk zum "Hochinzidenzgebiet" laut Erlass von Gesundheitsminister Rudolf Anschober geworden. Verschärfte Maßnahmen inklusive Ausreisetests wären damit notwendig geworden.

Fertige Einsatzpläne wandern in die Schublade

Johann Seper
Bezirkshauptmannschaft

In den vergangenen Tagen und noch am Donnerstagvormittag liefen die Vorbereitungsgespräche auf diesen Ausreisekontrollen auf Hochtouren. Die sowohl mit der Landespolizeidirektion als auch den Gemeinden abgesprochenen Einsatzpläne für die stichprobenartigen Ausfahrtskontrollen bei neuralgischen Punkten der 50 Bezirksausfahrten lagen fix und fertig auf dem Tisch von Bezirkshauptmann Johann Seper. Auch der Verordnungstext selbst war fertig. Daneben gab es auch Gespräche mit dem Bundesheer bezüglich Unterstützung sowie den Gemeinden, die ihre Bereitschaft signalisiert hatten, die Testkapazitäten nochmals deutlich aufzustocken.

Das alles wandert nun in die Schublade und bleibt hoffentlich auch dort. "Ich bin echt erleichtert. Denn das wäre eine große Belastung für den gesamten Bezirk geworden", ist Seper überzeugt. Damit gerechnet hatte er allerdings am Donnerstag nicht mehr. "Ich war sehr überrascht. Wir hatten eigentlich schon gehofft, dass am Mittwoch unsere Werte nach unten gehen würden. Aber das war nicht der Fall. Da lagen wir immer noch mit einer Inzidenz von 446,7 sehr hoch. Heute hatten wir das Glück, dass zwar weiterhin die Zahl der Neuinfektionen relativ hoch ist, aber ein Tag mit einem absoluten Spitzenwert aus der Sieben-Tage-Berechnung rausgefallen ist. Dadurch sind wir knapp unter die 400er-Grenze gefallen. Allerdings: Heute sechs Neuinfektionen mehr und wir hätten das gesamte Prozedere starten müssen", weiß Seper.

"Noch nicht überm Berg"

Deshalb warnt er aktuell auch die Bürgermeister der 18 Bezirksgemeinden in einer Videokonferenz, dass "wir noch lange nicht überm Berg sind. Unsere Inzidenz ist immer noch eine sehr hohe. Entspannen können wir uns erst, wenn wir wieder unter 200 liegen", sagt Seper, bedankt sich aber gleichzeitig bei den Bürgermeistern, die schon in den vergangenen zwei Wochen die Testkapazitäten erweitert und die Bevölkerung sensibilisiert hätten. "Das war enorm wichtig, um Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Und es wird auch nach wie vor wichtig bleiben, dass wir viel testen und uns an die Maßnahmen halten - vor allem auch an die Osterruhe", appelliert Seper auch an die Bevölkerung, sich gerade auch im Familienkreis strikt an die Osterruhe zu halten.

Die Fallzahlen selbst sind am Gründonnerstag im Bezirk Scheibbs immer noch relativ hoch. Aktuell hält der Scheibbser Bezirk bei 315 aktiven Corona-Fällen, davon sollten aber etliche Personen in den nächsten Tagen beziehungsweise der nächsten Woche wieder genesen. Für die "Hochinzidenzverordnung" beginnt trotz allem jetzt die Rechnung wieder bei Null. Aber Achtung: Das war auch im Bezirk Neunkirchen so, dennoch sind dort Ausreisekontrolle jetzt gang und gäbe. "Da sollten uns aber der bis 11. April verlängerte Lockdown sowie die geschlossenen schulen und Kindergärten entsprechend helfen, die Zahlen nach unten zu bekommen", hofft Seper.

Übrigens: Über einer 400er-Inzidenz lag am Donnerstagnachmittag kein niederösterreichischer Bezirk. Am nächsten kam der Marke der Bezirk Melk mit 396,5. Waidhofen an der Ybbs, das die maßgebliche Schwelle zuletzt dreimal in Serie übertroffen hatte, wurde ein Wert von 338,6 bescheinigt. Ebenfalls über 300 lagen die Bezirke Wiener Neustadt-Land (341,0), Baden (333,2) und Amstetten (303,8). Mit dem Bezirk Neunkirchen (288,4) und Wiener Neustadt (277,2) rangierten zwei der drei niederösterreichischen Regionen mit Ausreisebeschränkungen unter der 300er-Marke.