Auch Scheibbser Bezirk drohen Ausreisekontrollen

Die Bezirke Melk und Scheibbs beherrschen derzeit die Corona-Schlagzeilen - leider im negativen Sinne. Denn diese beiden Bezirke halten bei den höchsten Inzidenzwerten in ganz Österreich. Melk ist ab Samstag Hochinzidenzgebiet. Damit gibt es dort auch wieder Ausreisekontrollen. Dem Bezirk Scheibbs droht dies ebenfalls in den nächsten Tagen.

Erstellt am 21. Oktober 2021 | 16:54
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Schon im April gab es im Scheibbser Bezirk 15 Tage lang Ausreisekontrollen. Die könnten nun erneut drohen.
Foto: Christian Eplinger

Der Bezirk Melk hält am Donnerstag laut AGES-Dashboard bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 652,8 Fällen pro 100.000 Einwohner und ist damit österreichweit Spitzenreiter. Der Scheibbser Bezirk rangiert mit einer Inzidenz von 579,8 Fällen schon an zweiter Stelle. Das bedeutet in absoluten Zahlen, dass im Bezirk Melk 511 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen zu verzeichnen waren und im Bezirk Scheibbs 241 Neuinfektionen. 

Nach Beratungen des Landessanitätsstabens mit der Landesregierung steht jetzt fest: Ausreisekontrollen aus dem Bezirk Melk gelten ab Samstag. Die entsprechende Verordnung wird morgen von der Bezirkshauptmannschaft Melk erstellt. Der Bezirk Melk überschritt die Marke von 500 bei der Inzidenz damit zum vierten Mal in Serie. Schlagend werden Ausreisekontrollen, wenn bei der aktuellen Impfquote von laut dem Dashboard von Notruf NÖ 59,8 Prozent die über sieben aufeinanderfolgende Tage gemittelte Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner höher als 500 ist. Mit Stand Donnerstagnachmittag lag dieser Wert auf Basis der Daten der AGES mit 518,3 bereits über dieser Schwelle.

Bezirk Scheibbs zum dritten Mal in Folge über 500er-Marke

Auch der Bezirk Scheibbs wird von Corona arg gebeutelt. Verzeichnet wurde laut AGES-Dashboard am Donnerstag eine Sieben-Tages-Inzidenz von 579,8. Damit lag der Wert zum dritten Mal in Folge über der 500er-Marke. Die durchschnittliche Inzidenz in den vergangenen sieben Tagen liegt laut einer Berechnung unter Heranziehung von AGES-Daten von Donnerstagnachmittag bei 480,1. Auch für den Bezirk Scheibbs gilt - bei einer Impfquote von 57,6 Prozent (die niedrigste in Niederösterreich) - der Wert von 500 als maßgebliche Schwelle für die Verhängung von Ausreisekontrollen. 

Diese hatte der Scheibbser Bezirk schon zwei Wochen lang im April dieses Jahres. Damals wurden in diesen 15 Tagen insgesamt 10.970 Personen kontrolliert. Dabei gab es 356 Zurückweisungen (nicht einmal vier Prozent aller Fahrzeuge) und nur drei Anzeigen.

Das braucht man für die "Ausreise"

Für die Polizei sind die Kontrollen ein enormer Aufwand. Insgesamt gibt es 58 Straßen, die aus dem Bezirk Melk führen. Kontrolliert wird auch bei den Auffahrten der Westautobahn. Falls jemand keinen Test haben sollte, wird dieser zu einer Teststation zurückgeschickt. Wenn sich jemand weigert, wird die Person angezeigt. Mit folgenden Tests ist eine Ausreise laut Polizei möglich: Antigen-Test (Gültigkeit 24 Stunden), PCR-Test (Gültigkeit 72 Stunden), Antikörper-Test (Gültigkeit: zwei Wochen), Absonderungsbescheid (Gültigkeit: halbes Jahr) und ein Impfnachweis. 

Bürgermeisterkonferenz und Ausbau der Testangebote

Der Scheibbser Bezirkshauptmann Johann Seper hat für Freitagvormittag eine Bürgermeisterkonferenz anberaumt, in der die weitere Vorgangsweise und auch das Wieder-Hochfahren der Testkapazitäten in den Gemeinden besprochen werden soll. 

Zu den Corona-Testangeboten informierte am Donnerstag auch Andreas Hoyer vom NÖ Apothekerverband: „Derzeit gibt es in rund 180 Apotheken im ganzen Land das Angebot für PCR-Tests, in den nächsten Wochen werden wir dieses Angebot kontinuierlich ausbauen. Neu wird es in rund 35 Apotheken auch die Möglichkeit geben, diese PCR-Tests auch an Samstagen durchzuführen. Auch dieses Samstags-Angebot wollen wir rasch auf rund hundert Standorte ausbauen.“

Auch die Handelskette Spar startet gemeinsam mit Novogenia ein PCR-Testangebot: „Ab Montag starten wir mit den ersten Angeboten in den Bezirken Scheibbs und Melk, dieses Angebot wollen wir im November auf alle Regionen Niederösterreichs ausweiten“, sagt Spar-Geschäftsführer Alois Huber.

„Sowohl die Ausweitung der Testmöglichkeiten in den Apotheken als auch das neue niederschwellige PCR-Angebot im Bereich der Spar-Filialen sind eine weitere wichtige Ergänzung des Testangebots, um der zu erwartenden höheren Nachfrage im Zusammenhang mit der künftigen 3G-Regel am Arbeitsplatz nachkommen zu können“, bedanken sich LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) bei der Apothekerkammer NÖ und der Handelskette Spar für die Zusammenarbeit und ihre Unterstützung.