Bezirk Scheibbs: Bewegungsdrang bei Kindern ist noch immer da

Erstellt am 13. April 2022 | 03:19
Lesezeit: 3 Min
Während beim Fußball die Anzahl an Jugendlichen gleich blieb, kämpfen vor allem die Randsportarten um Kinder.
Werbung

Die zwei Jahre Corona-Pandemie haben die Vereine im Nachwuchs unterschiedlich getroffen. Da wäre der Fußball. In Wieselburg sieht Nachwuchsleiter Markus Wippl keine Tendenz eines Schwundes von Kindern. „Nach dem ersten Lockdown hatten wir sogar mehr Kinder als zuvor. Jetzt pendelt sich alles wieder ein“, sagt Wippl. Was jedoch an den Kräften bei allen Kindern, Betreuern und Eltern zehrt, ist die Terminkoordination durch die Absagen nach Quarantänefällen. An ein Defizit in der Bewegung der Kinder glaubt Wippl nicht: „Es gab immer Jahrgänge mit mehr oder weniger talentierteren Kindern. Das hat sich nicht geändert“, meint Wippl und hat dennoch einen Kritikpunkt: „Die Kinder gehören in meinen Augen weniger reguliert. Der Bewegungsdrang ist noch immer da. Als Vereine sollten wir die Strukturen schaffen, dass die Kinder den Drang auch ausleben können.“

Ein wenig zerknirscht ist Thomas Auer, Obmann des Judo-Vereins in Wieselburg. Denn von rund 90 aktiven Sportlerinnen und Sportlern blieben nach zwei Jahren Pandemie lediglich 20 über. „Im Moment sind wir auf dem Stand, bei dem ich vor zehn Jahren den Verein übernommen habe“, erklärt Auer. Vor allem die Generation der Elf- bis 15-Jährigen ist dem Judo-Klub abhandengekommen. Bei den Beginnern sieht Auer großen Aufholbedarf in der Bewegung. „Wir müssen den Kindern erst einen Purzelbaum beibringen. Wenn wir zwei Runden in der Halle laufen, geht den meisten Kindern schon die Luft aus“, berichtet Auer über besorgniserregende Zustände.

Doch Thomas Auer nimmt auch die Eltern in die Pflicht. „Früher sahen die Eltern bei den Trainings noch zu und haben sich dadurch selbst für den Sport interessiert. Heute werden die Kinder teilweise einfach zur Betreuung abgegeben. In einigen Fällen müssen sogar die Kinder die Eltern überreden, sie zum Training zu fahren“, fügt Auer abschließend hinzu.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Würdet ihr euch als sportlich bezeichnen?